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Zahlen und Fakten

Betreuende und pflegende Angehörige sind unsichtbare Helden. Ihre Arbeit wird oftmals gar nicht wahrgenommen - dabei leisten sie mit ihrer Fürsorge unbezahlbare Dienste. Sie sind nicht nur eine vertraute Person in einer schwierigen Zeit, sondern auch eine wichtige und unverzichtbare Säule bei der Entlastung des Gesundheitswesens.


Geschätzte Anzahl betreuender Angehöriger in der Schweiz und in Graubünden

Laut neusten Studien des Bundesamt für Gesundheit (BAG) leisteten im Jahr 2017 in der Schweiz ca. 543‘000 Personen unbezahlte Arbeit für pflegebedürftige Personen. Davon stehen knapp 330`000, also zwei Drittel, im Berufsleben.
Für den Kanton Graubünden ist proportional (bei einem Bevölkerungsanteil von 2,4 Prozent) von über 13`000 betreuenden und pflegenden Personen auszugehen, die sich in irgendeiner Form um eine pflegebedürftige Person kümmern.

Wer sind die betreuenden Angehörigen?

Etwas mehr als die Hälfte der betreuenden und pflegenden Angehörigen sind Frauen (54.3%). Das durchschnittliche Alter ist 54 Jahre. Die grösste Personengruppe in der Angehörigenpflege sind erwachsene Kinder, die ihre Eltern betreuen und pflegen. Danach folgen, Eheleuten die ihren Partner oder Partnerin betreuen und pflegen sowie Eltern, welche diese Aufgabe bei ihren erkrankten Kindern übernehmen. Im Extremfall übernehmen Kinder oder Jugendliche die Betreuungsaufgabe. Man spricht dann auch von "Young Carers". Knapp zwei Drittel der erwachsenen betreuenden Angehörigen sind erwerbstätig. Ein grosser Anteil der Angehörigen, die mit hoher Betreuungsintensität betreuen, arbeitet Teilzeit. Die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Betreuung ist ein wichtiges Thema.
Alle Zahlen rund um die Pflege und Betreuung von Angehörigen finden Sie in der Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG)

Dauer und Art von Betreuung und Pflege

Im Durchschnitt beträgt die Betreuung von pflegebedürftigen Personen durch Angehörige sechs Jahre. Gemäss der Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) stehen dabei administrative Aufgaben im Vordergrund, gefolgt von Koordination und Planung sowie Hilfe im Alltag und Haushalt.
Bei mehr als der Hälfte der vom BAG befragten Angehörigen lag der Aufwand bei unter zehn Stunden pro Woche. Knapp 20% nennen einen wöchentlichen Zeitaufwand von 10 bis 20 Stunden. 6% geben einen Zeitaufwand von 21 bis 30 Stunden an und 4% sagen, dass sie 31 bis 40 Stunden betreuen. Rund um die Uhr mit der Betreuungsaufgabe beschäftigt sind 8% (siehe auch: Schlussbericht Bedürfnisse und Bedarf von betreuenden Angehörigen).
Ist man voll berufstätig, sind selbst zehn Stunden Betreuung pro Woche eine immense Herausforderung. Um so wichtiger ist es, sich regelmässig Auszeiten zu nehmen und Unterstützung zu suchen, um selbst gesund zu bleiben. 

Ökonomischer Wert

Schweizweit leisteten Angehörige im Jahr 2013 rund 64 Millionen Pflege- und Betreuungsstunden. Das ergab eine Studie des Spitex Verbands Schweiz. Müssten diese Stunden bezahlt werden, würde das ca.3,5 Milliarden Franken kosten. Dies würde eine massive Verteuerung für das Gesundheitswesen bedeuten. Der Bund und die Kantone sind sich dieser unbezahlbaren Arbeit bewusst. Sie wollen mit ihren Aktionsplänen bessere Rahmenbedingungen schaffen und die Angehörigen langfristig unterstützen und entlasten.