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Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verschweigen ihren Arbeitgebenden, wenn sie sich für Angehörige engagieren. Erst wenn ihre Arbeit beeinträchtigt wird oder wenn sie kürzer treten wollen oder müssen, kommt das Thema zur Sprache. Oft ist es aber schwieriger, kurzfristig Lösungen zu finden. Sprechen Sie deshalb frühzeitig mit Ihrer vorgesetzten Person oder mit der Personalabteilung. 

 

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es so gut wie keine Rechtsbestimmungen, welche die Abwesenheit am Arbeitsplatz von betreuenden und pflegenden Angehörigen regelt. Dies betrifft auch die Lohnfortzahlungen. Der Bund erarbeitet zurzeit einen Gesetzesentwurf für die Gewährung von Pflegeurlaub, AHV-Betreuungsgutschriften sowie für die Anpassung des Anspruchs auf Hilfslosenentschädigung und Intensivpflegezuschlag.


Das Programm «Work & Care» bietet eine Plattform für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für Arbeitgebende, welche Hilfsmittel und Informationen rund um das Thema Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege von Angehörigen umfasst.

Hier finden Sie praktische Tipps und Tools.

Wenn Sie Beratung bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Pflegearbeit suchen, erkundigen Sie sich bei Ihrer vorgesetzten Person oder beim Personaldienst nach einer internen Beratungsstelle. Manche Arbeitgebende bieten auch spezielle betriebliche Sozialberatungen an. Steht Ihnen keine betriebliche Beratungsmöglichkeit zur Verfügung, können Sie sich bei der Fachstelle UND beraten lassen. UND ist eine vom Bund unterstützte Organisation, welche sich für die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Aufgaben einsetzt. Unter anderem bietet sie subventionierte Beratungsdienstleistungen für Privatpersonen an.

GUT ZU WISSEN:

Mütter, deren Kinder direkt nach der Geburt mehr als drei Wochen im Spital bleiben müssen, sollen künftig länger Anspruch auf Mutterschaftsentschädigung haben. Das Erwerbsersatzgesetz (EOG) sieht bereits heute vor, dass der Anspruch auf die Mutterschaftsentschädigung aufgeschoben werden kann, wenn das Neugeborene direkt nach der Geburt länger als drei Wochen im Spital bleiben muss.

Informationen und Entwurf zur Änderung des Erwerbsersatzgesetzes finden Sie beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV .

 

Regelung von kurzer Abwesenheit

Im Arbeitsgesetz (Artikel 36 Absatz3 ArG.) ist festgehalten, dass ein Elternteil gegen Vorlage eines Arztzeugnisses bis zu drei Tage zu Hause bleiben kann, wenn das Kind gesundheitsbedingt Betreuung benötigt. Dies gilt momentan allerdings nur für Eltern von Kindern bis 15 Jahre.
Ab 2021 gilt ein neues Bundesgesetz, dieses sieht vor, den Anspruch auf kurzzeitige Abwesenheit aufgrund von Krankheit oder Unfall von Familienmitgliedern auf verwandte und nahestehende erwachsene Personen auszuweiten.

Regelung von längerer Abwesenheit und Betreuungsurlaub

Eine Regelung für langfristigere Abwesenheit gibt es heute einzig für Eltern für die Betreuung eines schwer erkrankten Kindes.
Das neue Bundesgesetz, regelt einen bezahlten Betreuungsurlaub von maximal 14 Wochen für Eltern schwerkranker oder verunfallter Kinder. Der Lohnausfall würde durch das Erwerbsersatzgesetz versichert (wie der Mutterschaftsurlaub oder der Lohnausfall von Armeedienstleistenden).

GUT ZU WISSEN:
Wirklich langfristigere Unterstützungsmassnahmen bestehen heute einzig für Eltern von Kindern mit einem anerkannten Geburtsgebrechen. In diesen Fällen vergütet die Invalidenversicherung (IV) Leistungen der Kinderspitex im Rahmen der Behandlungspflege. Zudem richtet die IV Hilfslosenentschädigungen für Minderjährige sowie Intensivpflegezuschläge aus, welche pauschal bemessen werden und unabhängig von einem Erwerbseinkommen sind. Diese Leistungen werden in der Regel erst nach Ablauf eines Jahres ausgezahlt, wenn feststeht, dass die Hilflosigkeit andauert. Darüber hinaus können Eltern einen Assistenzbeitrag beantragen, wenn sie eine Drittperson für die Pflege ihres Kindes anstellen.

 

Fragen Sie ausserdem nach individuellen Lösungen. Oft helfen flexible Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit oder die die Möglichkeit, einige Zeit von zu Hause aus zu Arbeiten. Manche Arbeitgebenden sind sehr kulant. 

Die Plattform info-workcare bietet hilfreiche Tools für individuelle Lösungen:

  • Verschiedene Arbeitszeitmodelle
  • Information zu Teilzeitarbeit - das regelt das Gesetz
  • Verhandlungshilfe

  • Muster für Zusatz zum Arbeitsvertrag bei Care-Aufgaben
  • GUT ZU WISSEN:
    Beantragen Sie Betreuungsgutschriften. Diese sind für die Betreuung von Personen mit Anspruch auf mindestens eine mittlere Hilflosigkeit verfügbar. So kann die eigene Rente "aufgestockt“, bzw. die AHV-Lücke, welche durch die Reduktion des Arbeitspensums entsteht, ausgeglichen werden.