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Das Landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof (LBBZ) in Landquart soll einen neuen Grossviehstall erhalten. Die Bündner Regierung hat die entsprechende Botschaft verabschiedet. Sie beantragt dem Grossen Rat, einen Verpflichtungskredit von 7 Millionen Franken für den Neubau zu gewähren. Das Parlament wird das Geschäft in der Oktobersession beraten.

Auf dem Plantahof in Landquart sollen die bestehenden Milchvieh- und Kälberstallungen durch einen neuen Grossviehstall ersetzt werden. Die bestehenden Stallungen wurden 1964 erstellt und im Jahr 1987 im Innenausbau den damaligen Anforderungen angepasst. Die Stallbauten sind in einem schlechten baulichen Zustand. So genügen sie den statischen Anforderungen in verschiedenen Punkten nicht mehr. Um den Gutsbetrieb aufrecht zu erhalten, müssten deshalb in naher Zukunft massive bauliche Sanierungsmassnahmen eingeleitet werden. Ebenso entsprechen die Stallungen mit Anbindehaltung nicht mehr dem heutigen landwirtschaftlichen Standard und genügen nur noch den untersten Normen der Tierschutzgesetzgebung.

Etappierte Realisierung
Angesichts der auf dem Plantahof in naher Zukunft erforderlichen Sanierungs- und Anpassungsmassnahmen in Schulgebäude und Gutsbetrieb hat der Kanton im Jahr 2008 eine vertiefte Analyse der künftigen Entwicklungsmöglichkeiten des LBBZ vorgenommen und einen sogenannten Masterplan erarbeitet. Das dringlichste Bauvorhaben ist demnach der Neubau des Grossviehstalles. Um einen möglichst reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, sieht der Masterplan eine etappierte Realisierung vor.

Zum ersten Modul der Gesamtanlage der neuen Stallungen gehören eine grosse Scheune mit Melkstand, Schulungsräume, eine Arena, Kälberboxen im Erdgeschoss und Stroh- und Futterlager im Obergeschoss sowie zum Weideland ausgreifende Stallflügel für die Milchkühe im Norden und die Jungtiere im Süden. Der geplante Grossviehstall, welcher als Laufstall für eine Herdengrösse von rund 100 Milchkühen konzipiert wird, zeichnet sich durch grosszügige, artgerechte Platzverhältnisse im Liege-, Lauf- und Fressbereich aus. Der Neubau ist als Holzbau vorgesehen und soll als Vorzeigebetrieb optimale betriebliche Bedingungen ermöglichen. Die gesamten Investitionskosten für den Neubau belaufen sich auf 7 Millionen Franken.

In einem zweiten Modul können später eine Remise mit einer Werkstatt und Wohnungen für tierbetreuende Angestellte erstellt werden. Diese Anbauten bilden nicht Gegenstand dieser Botschaft und müssten vor der Realisierung wiederum dem Parlament vorgelegt werden. Gemäss Grobkostenschätzung sind für das zweite Modul Aufwendungen von rund 2.5 Millionen Franken zu erwarten.

Neuer Standort vorgesehen
Als neuer Standort für den Grossviehstall ist das Gebiet östlich der Kantonsstrasse vorgesehen. Der Bau soll nach Ablauf der Referendumsfrist im Herbst 2011 begonnen und voraussichtlich im Herbst 2012 beendet werden, damit der Plantahof auf das neue Schuljahr hin die neuen Stallanlagen nutzen kann. Die alten Stallungen sollen aufgrund ihres baulich bedenklichen Zustandes rückgebaut werden.

Nach Ansicht der Regierung entsprechen der vorgesehene Neubau des Grossviehstalles und die zweckmässigen Ergänzungen der Infrastruktur den heutigen Unterrichtsbedürfnissen einer modernen landwirtschaftlichen Ausbildungsstätte. Sie ermöglichen der Lehranstalt, ihren gesetzlichen Leistungsauftrag effizient zu erfüllen sowie die theoretischen Lehrinhalte noch praxisnaher zu vermitteln. Der geplante Erweiterungsbau stärkt das LBBZ als vieh- und alpwirtschaftliches Kompetenzzentrum. Es legt die Basis für eine erfolgversprechende Positionierung dieser bündnerischen Traditionsschule im Bildungsmarkt.

Seit der Betriebsübernahme Ende des 19. Jahrhunderts stehen am Plantahof die Viehwirtschaft sowie die Aus- und Weiterbildung der bäuerlichen Bevölkerung im Zentrum des Schaffens. Den Verantwortlichen ist es gelungen, das LBBZ als Zentrum für die Viehwirtschaft, Berglandwirtschaft und das Alpwesen zu positionieren. Lernende aus der ganzen Schweiz und Kursteilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum lassen sich am Plantahof ausbilden. Im Jahr 2009 waren rund 290 Schülerinnen und Schüler für eine Grundausbildung oder eine strukturierte Weiterbildung am LBBZ eingeschrieben.


Auskunftsperson:
Regierungsrat Stefan Engler, Vorsteher Bau-, Verkehrs- und Forstdepartement, Tel. 081 257 36 01


Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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