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Regierungsmitteilung vom 20. November 2013

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Die Bündner Regierung hat ein Konzept zur Erarbeitung von Lehrmitteln in den rätoromanischen Idiomen in Auftrag gegeben. Im Weiteren hat sie sich mit den Kreiswahlen 2014 befasst. 

Auftrag für ein Gesamtkonzept zu Lehrmitteln in den Idiomen
Die Pädagogische Hochschule Graubünden (PHGR) wird von der Regierung beauftragt, ein umfassendes Konzept für die Bereitstellung von Lehrmitteln in den romanischen Idiomen Sursilvan, Sutsilvan, Puter und Vallader zu erarbeiten. Mit dem Auftrag anerkennt die Regierung, dass bei den Lehrmitteln in den Idiomen grosser Nachholbedarf besteht. Dies haben auch verschiedene Organisationen und Exponenten der Rumantschia gegenüber der Regierung und dem Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) in jüngerer Zeit immer wieder zum Ausdruck gebracht. Der Entscheid der Regierung stützt sich auf das neue Schulgesetz, dessen Bestimmung zu den Lehrmitteln keinen absoluten Vorrang von Rumantsch Grischun gegenüber den Idiomen festhält. Das Konzept der PHGR soll in Kontakt mit den verschiedenen Anspruchsgruppen erarbeitet werden und bis Ende Mai 2014 vorliegen.
Unverzüglich an die Hand genommen wird auf Beschluss der Regierung die Konzeptarbeit für ein Lese- und Schreiblehrmittel für die 1. Klasse in den Idiomen Puter, Vallader und Sutsilvan. Damit wird ein erstes wichtiges Bedürfnis bereits konkret angegangen. Zudem sind traditionellerweise die Erstlese- und Schreiblehrgänge für sich allein stehende Lehrmittel, während die darauffolgenden Sprachlehrmittel für die 2. bis 9. Klasse vorzugsweise einem gemeinsamen Konzept folgen. Auch das Erstlese- und Schreiblehrmittel für das Engadin und die Sutselva entsteht unter der Federführung der PHGR. Für die drei Sprachen ist eine möglichst einheitliche Lösung vorgesehen. Die Endversion des Lehrmittels soll auf das Schuljahr 2016/17 vorliegen. 

Kreise mit Behördenwahlen bestimmt
Fünf Kreise im Kanton Graubünden werden am 18. Mai 2014 noch Kreisbehörden wählen. Es handelt sich dabei um Kreise, die während der Umsetzung der Bündner Gebietsreform noch über delegierte kommunale Aufgaben verfügen und als Träger der interkommunalen Zusammenarbeit dienen. Die Regierung hat die Teilrevision der Kantonsverfassung (KV) vom 13. Mai 2012 in Bezug auf die entsprechende Bestimmung in Art. 108 Abs. 1 KV per 1. März 2014 in Kraft gesetzt. Demnach gilt: "Kreise, welche von Gemeinden delegierte Aufgaben wahrnehmen, bestehen bis zwei Jahre nach Inkrafttreten der Einteilung des Kantons in Regionen als Körperschaften des kantonalen öffentlichen Rechts weiter." Das Inkrafttreten der Einteilung des Kantons in Regionen ist auf den 1. Januar 2015 vorgesehen. Die Amtsdauer der Amtsträger in Kreisen, die nicht als interkommunale Aufgabenträger wirken, verlängert sich aufgrund der in Kraft gesetzten Verfassungsbestimmung bis zu diesem Zeitpunkt.
In folgenden Kreisen sind am 18. Mai 2014 Erneuerungswahlen (Kreispräsident/in und Stellvertreter/in) anzusetzen: Domleschg, Mesocco, Oberengadin, Schams und Surses – es sei denn, sie hätten auf den 1. März 2014 sämtliche Aufgaben übertragen. Die Kreise haben die Regierung bis 28. Februar 2014 über eine allfällige Aufgabenübertragung in Kenntnis zu setzen.
Die Beratung der Anschlussgesetzgebung Gebietsreform ist in der Aprilsession 2014 des Grossen Rates vorgesehen. 

Kompetenzstelle für natur- und kulturnahen Tourismus Graubünden wird weitergeführt
Die Fachstelle für Tourismus und Nachhaltige Entwicklung Wergenstein ist von der Regierung mit der Weiterführung der "Kompetenzstelle für natur- und kulturnahen Tourismus Graubünden" in den Jahren 2014 und 2015 beauftragt worden. Hierfür wird ein Kostendach von 240 000 Franken (je zur Hälfte zu Lasten Bund und Kanton) genehmigt. Vorbehalten bleibt die Kreditbewilligung durch den Grossen Rat. Für die Zeit ab 2016 soll eine tragfähige Finanzierungsgrundlage für eine eigenständige Weiterführung der Kompetenzstelle erarbeitet werden.
Die Kompetenzstelle in Wergenstein kann auf eine erfolgreiche Tätigkeit in den vergangenen sechs Jahren zurückblicken. Ein Bericht der Universität Bern zur Bündner Tourismusreform 2006-2013 hält unter anderem fest, dass mit der Schaffung der Kompetenzstelle im Rahmen der Tourismusreform eine kluge Lösung gefunden worden sei, um auch das Potenzial der ländlichen Regionen zu nutzen und dem natur- und kulturnahen Tourismus eine Stimme zu geben. Die Kompetenzstelle habe diesen Auftrag gekonnt und innovativ umgesetzt, so dass beachtliche Ergebnisse erzielt worden seien (unter anderem First Level Support, Netzwerktagung, Handbuch "Tourismus ganz natürlich"). 

Neue Leistungsvereinbarung mit dem Wirtschaftsforum Graubünden
Die Regierung hat eine neue Leistungsvereinbarung 2014-2016 mit dem Wirtschaftsforum Graubünden genehmigt. Gestützt darauf wird dem Wirtschaftsforum Graubünden für die Jahre 2014-2016 ein Kantonsbeitrag von insgesamt 360 000 Franken, jährlich 120 000 Franken, zugesichert. Das Wirtschaftsforum Graubünden versteht sich als Bündner Denkwerkstatt. Als solche versucht es, Herausforderungen in Graubünden zu erkennen und zu beschreiben sowie mögliche Reaktionsweisen für die Bündner Standortentwicklungspolitik zu identifizieren. In der vergangenen Leistungsvereinbarungsperiode 2011-2013 hat das Wirtschaftsforum Graubünden wertvolle Akzente bei wirtschaftspolitischen Fragestellungen gesetzt. Als Schwerpunktthema für das Jahr 2014 ist die Erarbeitung von Strategien für Bündner Tourismusorte vorgesehen. 
 

Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden
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