Regierungsmitteilung vom 23. November 2017

Die Regierung genehmigt die Sanierung der Galerien auf der Valserstrasse, den Ausbau des Polenwegs am Tomülpass und die Vergrösserung des Steinbruchs in Andeer. Zudem spricht sie finanzielle Unterstützung für die Sofortmassnahmen am Ovel da Staz nach den Unwettern in St. Moritz.

Galerien auf der Valserstrasse werden saniert
Die Regierung genehmigt ein Strassenprojekt für die Instandsetzung der Valserstrasse. Die Valserstrasse erschliesst als kantonale Verbindungsstrasse das untere Lugnez und das Valsertal. Die zur Valserstrasse gehörenden Galerien Rieinertobel im Abschnitt Ilanz - Mulin da Pitasch wurden im Jahr 1986 erstellt. Das Projekt sieht vor, die Galerien für eine weitere Nutzungsdauer von 50 bis 60 Jahren instand zu setzen. Es werden sämtliche für die Erhaltung erforderlichen Verstärkungs- und Erhaltungsmassnahmen vorgenommen. Die Instandsetzung erfolgt unter Verkehr. Ausserdem sieht das Projekt eine Verbreiterung der Fahrbahn um 30 Zentimeter auf 7,25 Meter vor. Diese wird mit dem Abbruch der bergseitigen Stützung und der Erstellung einer neuen Galerierückwand erreicht. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 9,4 Millionen Franken.

-
©Hansjürg Gredig, ZHAW

Polenweg am Tomülpass zwischen Safien und Vals wird ausgebaut
Das Bauvorhaben für den Ausbau des Polenweges am Tomülpass wird von der Regierung genehmigt. Die Genehmigung erfolgt unter Vorbehalt der Baubewilligungsverfahren der beteiligten Gemeinden Safiental und Vals. Zudem spricht die Regierung einen Kantonsbeitrag von maximal 178 434 Franken.
Der Fahrweg über den Tomülpass wurde im Zweiten Weltkrieg durch polnische Internierte erstellt. Die Valser Seite ist heute Teil des Bundesinventars der historischen Verkehrswege der Schweiz. Der Weg hat eine grosse touristische Bedeutung. Über ihn führen die regionale Wanderroute 35 (Walserweg) sowie die nationale Mountainbikeroute 1 (Alpine Bike) und die regionale Mountainbikeroute 90 (Graubünden Bike). Der heutige Zustand des Wegs wird dieser Bedeutung nicht mehr gerecht. Wegen Erosionserscheinungen ist der Weg weder angenehm zu begehen noch für Biker befahrbar. Um den Zustand dauerhaft zu verbessern, ist es an zahlreichen Stellen erforderlich, die Entwässerung zu modernisieren, die Wegoberfläche auszugleichen und Stützmauern zu sichern, um weitere Setzungen zu verhindern. Der Baubeginn ist im Frühjahr 2018.

-
©Hansjürg Gredig, ZHAW

Steinbruch in Andeer kann vergrössert werden
Die von der Gemeinde Andeer am 29. März 2017 beschlossene Teilrevision der Ortsplanung wird von der Regierung genehmigt. Mit der vorliegenden Teilrevision schafft die Gemeinde Andeer die Voraussetzungen zur Erweiterung des bestehenden Steinbruchs Cuolmet. Die Abbaureserven bezüglich des begehrten Orthogneises "Andeerer Granit" von heute ungefähr noch 80 000 Kubikmeter werden neu auf ca. 330 000 Kubikmeter erhöht. Zu diesem Zweck wird das Abbaugebiet in Richtung Norden (bergwärts) und Süden (bis zum Hinterrhein) erweitert. Während und im Anschluss an den 20- bis 25-jährigen Abbau erfolgen laufend die Wiederauffüllung und Rekultivierung des Geländes (inkl. Wiederaufforstungen und Herstellung eines Wildtierkorridors) mit noch unbekannten Mengen an unverschmutztem Aushub-, Ausbruch- und Abraummaterial.

-
© Bundesamt für Landestopografie

Talabfahrt in Arosa wird verbreitert
Die Regierung genehmigt die von der Gemeinde Arosa am 27. November 2016 beschlossene Teilrevision der Ortsplanung. Ziel ist die Anpassung der Wintersportzone im Bereich der Talabfahrt "Tschuggen Ost". Die entsprechende Piste bildet eine der Hauptaustritte aus dem Skigebiet. Im unteren Abschnitt ist sie vergleichsweise schmal und birgt, vor allem für ungeübte Wintersportler, ein hohes Unfallrisiko. Die Piste soll daher verbreitert werden. Dies bedingt eine Rodung von 1453 Quadratmeter Wald. Zudem soll aus dem Gebiet "Seeegga" eine neue Skiwegverbindung (Vetter Traverse) angelegt werden.

Finanzielle Unterstützung für St. Moritz nach den Unwettern
Die Regierung spricht Beiträge für die Sofortmassnahmen am Ovel da Staz nach den Unwettern in St. Moritz. An der finanziellen Unterstützung beteiligen sich Bund und Kanton gemäss der Programmvereinbarung "Schutzbauten Wasser". Von den Kosten in der Höhe von insgesamt rund 1,02 Millionen Franken übernimmt der Bund maximal 357 000 Franken und der Kanton maximal 204 000 Franken.
Am Abend des 30. Mai 2017 ging über dem Oberengadin ein starkes Unwetter mit Gewittern nieder. Dieses Unwetter führte zu starkem Hochwassser im Ovel da Staz. Der Bach schwoll in kurzer Zeit stark an. Siedlungen, Gewerbeflächen, Strassen, Wege, Werkleitungen und Kulturland wurden von den Wassermassen überflutet und durch Erosionen des Bachgerinnes unterspült. Um Folgeschäden zu verhindern, ergriff die Gemeinde St. Moritz umgehend die dringend notwendigen Instandstellungsarbeiten. Die beschädigten Bauteile wurden örtlich unterfangen, wiederaufgebaut und teilweise ergänzt.

-
©Kantonspolizei Graubünden


Gremium: Regierung
Quelle: dt Standeskanzlei Graubünden