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Bildungsexperte untersucht Aufnahmeverfahren an die Mittelschulen

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Als Folge eines parlamentarischen Auftrags wird das kantonale Aufnahmeverfahren an die Bündner Mittelschulen vom renommierten Bildungsexperten Prof. Dr. Franz Eberle unter die Lupe genommen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob mit dem gegenwärtigen Aufnahmeverfahren der chancengleiche Zugang zu einer Mittelschule gewährleistet ist oder ob das Aufnahmeverfahren einer Anpassung bedarf.

Gemeinsam mit 44 Mitunterzeichnenden forderte der damalige Grossrat Remo Cavegn im Februar 2020 die Regierung mittels eines parlamentarischen Auftrags dazu auf, die Grundlagen für eine prüfungsfreie Aufnahme in die Bündner Mittelschulen zu schaffen. Das gegenwärtige Aufnahmeverfahren mit einer kantonalen Aufnahmeprüfung gefährde die Chancengleichheit und schaffe regionale Ungleichheiten. Zudem sei fraglich, ob mit diesem Verfahren die geeigneten Schülerinnen und Schüler an eine Mittelschule aufgenommen würden. Es wird vorgebracht, dass der Prüfungserfolg stark von der Prüfungsvorbereitung abhänge, eine effiziente Vorbereitung, insbesondere durch Besuche von kostenpflichtigen oder kostenlosen Vorbereitungskursen, aber nicht allen Prüfungsteilnehmenden an allen Schulen und in allen Regionen gleichermassen zur Verfügung stehe. 

Vor- und Nachteile von Aufnahmeprüfungen untersuchen
Auf Antrag der Regierung sprach sich der Grosse Rat für eine Abänderung des Auftrags aus. Anstelle der Abschaffung der kantonalen Aufnahmeprüfung soll in einem ersten Schritt eine objektive Entscheidungsgrundlage für eine allfällige Anpassung des Aufnahmeverfahrens an die Mittelschulen geschaffen werden. Anhand eines externen Gutachtens sollen die Vor- und Nachteile von Aufnahmeverfahren mit und ohne Aufnahmeprüfung untersucht werden. Das externe Gutachten soll die Regierung aufgrund objektiver Daten in der Entscheidung unterstützen, welches Verfahren im Kanton Graubünden am besten dazu geeignet ist, die Schülerinnen und Schüler ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend für die verschiedenen Ausbildungsgänge zu selektionieren. Das Selektionsverfahren soll dabei möglichst allen dieselben Chancen bieten.

Für die Durchführung dieser Untersuchung konnte der renommierte Schweizer Bildungsexperte Prof. Dr. Franz Eberle gewonnen werden. Der emeritierte langjährige Professor für Gymnasial- und Wirtschaftspädagogik und ehemalige Direktor der Abteilung Lehrerinnen- und Lehrerbildung Maturitätsschulen des Instituts für Erziehungswissenschaft an der Universität Zürich verfügt über vertiefte Kenntnisse des nationalen Bildungswesens, insbesondere der Sekundarstufe  II. Er forschte unter anderem im Bereich der gymnasialen Maturität und dem Übergang zur Universität, etwa mit der Studie EVAMAR II zur Evaluation der Maturitätsreform 1995. Prof. Dr. Franz Eberle ist Mitglied des Schweizerischen Wissenschaftsrats und dient zudem in diversen bedeutenden Bildungsgremien, unter anderem als Mitglied der Schweizerischen Maturitätskommission und als Präsident der EDK-Kommission für die Anerkennung der Lehrdiplome für Maturitätsschulen.

Die Resultate der Untersuchung sollen bis im Frühjahr 2022 vorliegen.


Auskunftsperson: 
Regierungsrat Dr. Jon Domenic Parolini, Vorsteher Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement, Tel. +41 81 257 27 01, E‑Mail Jondomenic.Parolini@ekud.gr.ch


Gremium: Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement
Quelle: dt Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement

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