Navigation

Inhaltsbereich

  • Erste Mitteilung
  • Neuen Beitrag einfügen

Frauen sind rar in der Gemeindepolitik. Die Studie «PROMO Femina» bestätigte dies und entwickelte Massnahmen, wie die Beteiligung verbessert werden kann. Jetzt folgt der Realitätscheck: An der Veranstaltung «La Bregaglia femminile» am 26. Januar 2023 in Soglio diskutieren Interessierte, wie die vorgeschlagenen Massnahmen lokal verankert werden können.

Gemeinden nehmen in der Schweiz eine bedeutende Stellung ein: So werden auf der bürgernächsten Ebene wichtige politische Entscheidungen getroffen, die das tägliche Leben unmittelbar und direkt beeinflussen. Gleichzeitig sind Gemeinden mit grossen Herausforderungen konfrontiert. Thematisch stossen sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben an ihre Leistungsgrenzen und organisatorisch bereiten ihnen die digitale Transformation sowie die Besetzung von Gemeindeämtern Sorgen.

Zu wenig Nachwuchs
Mit der Rekrutierung von geeigneten Kandidierenden tut sich rund die Hälfte der Gemeinden schwer. Dies ist einerseits der grossen Anzahl an Gemeindeämtern geschuldet. Andererseits nimmt in der Bevölkerung die Bereitschaft zum formellen und ehrenamtlichen Engagement tendenziell ab. «Würden mehr Frauen für die Gemeindepolitik gewonnen, wäre diese wichtige politische Ebene gestärkt», erklärt Barbara Wülser, Leiterin Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann.

Nur 14 Prozent der Gemeindepräsidien in Graubünden halten Frauen, wie eine Erhebung des Amts für Gemeinden im Januar 2022 belegte. Auch bei den Gemeindevorständen liegt der Frauenanteil mit 21 Prozent unter dem Schweizer Durchschnitt von 25 Prozent. Ähnlich sieht die Situation in den Gemeindeparlamenten und -kommissionen aus. In der fusionierten Gemeinde Bregaglia liegt der Frauenanteil derzeit bei Null Prozent. Im Forschungsprojekt «PROMO Femina» der Fachhochschule Graubünden (FHGR) wurde mit Unterstützung der Stabsstelle sowie von vier weiteren Kantonen ein Onlinetool entwickelt, das Wege und Massnahmen aufzeigt, wie Frauen für die Politik motiviert werden können. Nun geht «PROMO Femina» auf Tournee durch Graubünden.

Hochkarätige Referentinnen
An der Veranstaltung «La Bregaglia femminile», die am Donnerstag, 26. Januar 2023 ab 17 Uhr im Hotel Soglina in Soglio stattfindet, werden die Massnahmen von «PROMO Femina» vorgestellt, diskutiert und für die Verhältnisse vor Ort weiterentwickelt. Die Stabsstelle für Chancengleichheit, das Zentrum für Verwaltungsmanagement der FHGR und das «Laboratorio vivente Bregaglia» der FHGR laden Interessierte, Frauen und Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Parteien und Netzwerken ein, sich auf das Thema der politischen Teilhabe auf Gemeindeebene einzulassen. An der Veranstaltung geben zum einen Anna Giacometti, Nationalrätin der FDP und ehemalige Gemeindepräsidentin von Bregaglia, und Nora Saratz Cazin, Gemeindepräsidentin von Pontresina und Grossrätin der GLP, Einblick in ihren Werdegang und ihre Erfahrungen in der Politik. Zum anderen können sich die Teilnehmenden in einem offenen, moderierten Raum vertieft mit den Verhältnissen des Bergells auseinandersetzen. Die Veranstaltung «La Bregaglia femminile» wird zweisprachig Deutsch-Italienisch ohne Simultanübersetzung durchgeführt. Sie ist kostenlos und steht allen Interessierten offen. Um Anmeldung wird gebeten unter www.gr.ch/va-stagl.li.

Das Format soll unter dem Titel «PROMO Femina on Tour» in weiteren Regionen in Graubünden durchgeführt werden. Das Projekt wird vom Kanton, der Stiftung für staatsbürgerliche Erziehung und Schulung, der Willi Muntwyler-Stiftung sowie der Gemeinde Bregaglia finanziell unterstützt.

Auskunftspersonen:

  • Barbara Wülser, Leiterin Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann, Tel. +41 81 257 35 71, E‑Mail Barbara.Wuelser@stagl.gr.ch
  • Ruth Nieffer, Projektleiterin am Zentrum für Verwaltungsmanagement der FH Graubünden, Tel. +41 81 286 39 18, E‑Mail Ruth.Nieffer@fhgr.ch

 

zuständig: Stabsstelle für Chancengleichheit von Frau und Mann

Neuer Artikel