Das Tiefbauamt Graubünden optimiert das Verkehrsmanagement entlang der A13 im Hinblick auf die Frühlingfeiertage und Sommerferien 2026. Neu gehen vier zusätzliche feste Lichtsignalanlagen in Betrieb. Zudem wird das temporäre Dispositiv in Fahrtrichtung Norden bis zur Kantonsgrenze erweitert.
Die Auswertungen der vergangenen Frühlingsfeiertage zeigen, dass die Nationalstrasseninfrastruktur aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens während dieser Tage immer wieder an ihre Leistungsgrenze stiess, was zu Stau und Ausweichverkehr auf Kantons- und Gemeindestrassen führte. Ebenfalls zeigte sich, dass der Anteil an reinem Durchgangsverkehr weniger als 40 Prozent betrug. Über 60 Prozent der Fahrzeuge verblieben im Kanton oder verliessen diesen über eine andere Route (siehe auch Medienmitteilung vom 10.06.2025). Aufgrund der Basis dieser Erkenntnisse hat das Tiefbauamt in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) das aktuelle Verkehrsdispositiv weiterentwickelt.
Vier neue, teilautomatisierte Anlagen
Im Februar 2025 wurde in Zizers eine teilautomatisierte Lichtsignalanlage im Rahmen eines Pilotversuchs installiert. Dieses System hat sich bewährt, weshalb das Tiefbauamt (TBA) vier zusätzliche Anlagen installiert:
- 2 Anlagen in Rothenbrunnen
- 1 Anlage in Domat/Ems
- 1 Anlage in Bonaduz
Diese Anlagen ergänzen die bestehenden Steuerungsmassnahmen entlang der A13 und ermöglichen eine differenziertere und frühzeitigere Dosierung des Verkehrs. Die einzelnen Anlagen befinden sich aktuell im Bau und sind voraussichtlich ab Ostern 2026 einsatzbereit.
Dispositiv bis zur Kantonsgrenze erweitert
Das temporäre Dispositiv wurde in Fahrtrichtung Norden bis zur Kantonsgrenze ausgedehnt. Bei Bedarf kann das TBA mit den zusätzlichen, personell betriebenen Dosierstellen auf der St. Luzisteig, bei Mastrils und Fläsch noch früher auf kritische Verkehrssituationen reagieren und den Verkehrsfluss bereits vor einer möglichen Überlastung stabilisieren. Dieses erweiterte Dispositiv kommt situativ zum Einsatz. Die Verkehrssituation wird laufend überwacht und die Massnahmen werden bei Bedarf flexibel angepasst.
Ziele der Dosierungsmassnahmen
Die vom TBA umgesetzten Massnahmen verfolgen insbesondere folgende Ziele:
- Ausweichverkehr in Siedlungsräumen minimieren
- Verkehrsfluss auf der Nationalstrasse stabilisieren
- Zirkulation von Blaulichtorganisationen und öffentlichem Verkehr sicherstellen
- Lokale Bevölkerung vor zusätzlichen Immissionen schützen
Parallel zum Betrieb dieses Verkehrsdispositivs setzt das ASTRA auf der A13 zwischen Thusis und Sargans weitere Verkehrsmanagementmassnahmen um. Mit einer Geschwindigkeitsharmonisierung und Gefahrenwarnanlage (GHGW) und einer Anlage zur temporären Pannenstreifenumnutzung (PUN) wird der Verkehrsfluss bei starker Belastung verbessert und die Sicherheit erhöht (siehe Medienmitteilung ASTRA vom 20.02.2026).
Verhalten der Verkehrsteilnehmenden hat grosse Auswirkung
An den Wochenenden rund um Ostern, Auffahrt und Pfingsten ist insbesondere zu den Hauptreisezeiten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Das TBA rät allen Verkehrsteilnehmenden, möglichst ausserhalb der Hauptverkehrszeiten zu reisen oder diese Tage ganz zu meiden. Generell empfiehlt das TBA, auf den öffentlichen Verkehr auszuweichen, insbesondere auf den schienengebundenen öV.
Beilagen:
Karten 1 bis 3: Standorte der einzelnen Dosierungen, die je nach Verkehrsaufkommen flexibel in Betrieb genommen werden.
Kantonsgrenze-Landquart
Landquart-Domat/Ems
Domat/Ems-Rothenbrunnen
Auskunftspersonen:
- Andreas Pöhl, Leiter Verkehrsmanagement, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 62 (erreichbar von 10.00 bis 12.00 Uhr), E‑Mail Andreas.Poehl@tba.gr.ch
- Reto Knuchel, Kantonsingenieur, Tiefbauamt, Tel. +41 81 257 37 01 (erreichbar von 10.30 bis 11.30 Uhr), E‑Mail Reto.Knuchel@tba.gr.ch
zuständig: Tiefbauamt
Wieso kann die Durchfahrt nicht auf Einheimische beschränkt werden?
Den Verkehr auf den Kantons- und Gemeindestrassen nur auf Einheimische zu beschränken, ist aus rechtlichen und praktischen Gründen derzeit kaum umsetzbar. Bei vielen der betroffenen Strassen handelt es sich um Abschnitte, die der Durchgangsstrassenverordnung (DSV) des Bundes unterstellt sind und somit grundsätzlich für den allgemeinen Durchgangsverkehr offenbleiben müssen. Eine entsprechende Motion mit dem Ziel, die gesetzlichen Grundlagen zur Verbesserung des Verkehrsmanagements auf den Nord-Süd-Achsen zu schaffen, wurde im Jahr 2025 im Parlament behandelt, jedoch abgelehnt.
Unabhängig davon hat das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Graubünden und dem ASTRA im Jahr 2022 im Rahmen eines Pilotversuchs mehrmals eine solche «Triage» an einzelnen Orten durchgeführt. Die Erfahrung zeigte allerdings deutlich, dass eine Beschränkung auf «Einheimische» erhebliche Vollzugsprobleme mit sich bringt: Die Abgrenzung, wer zur lokalen Bevölkerung zählt, ist kaum eindeutig möglich (z. B. Wochenaufenthalter, Besucher, Gäste von Gastronomie oder Kulturveranstaltungen, Miet- und Ersatzfahrzeuge und viele weitere). Eine rechtsgleiche, diskriminierungsfreie Behandlung kann nicht gewährleistet werden. Zudem führen die Diskussionen an Kontrollstellen zu zusätzlichen Rückstaus, was wiederum neue Verkehrsprobleme verursacht.