Die Kantone Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden sowie das Fürstentum Liechtenstein haben seit Frühling 2025 an einer Analyse zur Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung gearbeitet. Die Ergebnisse zeigen vielfältige potenzielle Einsatzbereiche, die es in einem nächsten Schritt vertieft zu prüfen gilt.
Ziel der Analyse war es, konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI zu identifizieren und diese hinsichtlich ihres Potenzials zu beurteilen. Dazu haben die Kantone und das Fürstentum Liechtenstein eine systematische und ganzheitliche Übersicht darüber erstellt, in welchen Bereichen KI Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen verbessern oder Abläufe effizienter machen kann. Insgesamt wurden über 120 Anwendungsfälle gesammelt, kategorisiert und beschrieben. Auch wurde für jeden Anwendungsfall eine Erstbewertung hinsichtlich des Nutzens, der Machbarkeit und möglicher Risiken vorgenommen.
Vielfältiges Potenzial von KI in der öffentlichen Verwaltung
Die ermittelten Anwendungsfälle reichen von allgemeiner Büroassistenz über die Erteilung von Auskünften bis hin zu datenbasierter Entscheidungsunterstützung. Ausserdem wurden verschiedene KI-Funktionen wie zum Beispiel semantische Suche, Mustererkennung oder Prognoseerstellung näher betrachtet. Die Ergebnisse sind in eine interaktive Übersicht eingeflossen. So soll das gesammelte Wissen über mögliche Einsatzmöglichkeiten von KI in der Verwaltung öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Übersicht ist eine Ideensammlung und die allfällige Umsetzung eines Anwendungsfalls ist vertieft zu beurteilen.
Die Ergebnisse zeigen auf, dass der Einsatz von KI-Systemen in der Verwaltung grosses Potenzial für effizientere und effektivere Behördenleistungen bietet. Gleichzeitig wurde deutlich, dass diese Systeme hohen Anforderungen genügen müssen. Ein wirtschaftlicher Einsatz stellt sich zudem nur ein, wenn die Lösungen möglichst breit eingesetzt werden können.
Bewährter KI-Austausch wird fortgeführt
Der interkantonale Ansatz hat sich als grosser Mehrwert des Projekts erweisen. Dadurch konnten die fünf Kantone und das Fürstentum Liechtenstein ihre Erfahrungen bündeln und Synergien nutzen. Aufgrund des Erfolgs wollen die Gemeinwesen auch in Zukunft zusammenarbeiten und die gemeinsam erstellte Sammlung und Bewertung der KI-Anwendungsfälle regelmässig überprüfen, aktualisieren und erweitern. Ebenfalls wollen sie ihre Erfahrungen in der Umsetzung von KI-Projekten regelmässig austauschen.
Graubünden bestimmt Grundsätze für KI-Einsatz
Auf der Grundlage der KI-Potenzialanalyse hat die Bündner Regierung Grundsätze und Wirkungsbereiche für den Einsatz von künstlicher Intelligenz in der kantonalen Verwaltung bestimmt. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf dem verantwortungsvollen, rechtsstaatlichen und transparenten Einsatz von KI in der Verwaltung. Ebenso ist es ein grosses Anliegen der kantonalen Verwaltung, die Mitarbeitenden beim Erlernen und Nutzen von KI-Technologien zu begleiten. Bereits sind in der kantonalen Verwaltung Graubünden erste Pilotprojekte durchgeführt worden, um Erfahrungen zum Umgang und zur technischen Umsetzung von KI-Technologien zu gewinnen. Nun werden aufgrund der KI-Potenzialanalyse konkrete Anwendungsfälle mit erheblichem Mehrwert priorisiert.
Beilage:
Interaktive Übersicht
Auskunftsperson:
Marc Heuberger, Leiter Stabsstelle Digitale Verwaltung, Tel +41 81 257 32 02 (erreichbar von 14.00 bis 15.30 Uhr), E‑Mail Marc.Heuberger@dfg.gr.ch
zuständig: Stabsstelle Digitale Verwaltung