Im Kanton Graubünden wachsen zahlreiche geschützte Pflanzenarten. Viele davon sind nicht selten – aber durch übermässiges Sammeln gefährdet. Der Kanton ruft Bevölkerung und Gäste dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und diese wertvollen Arten zu schützen.
Ob am Wegrand, auf Alpweiden oder in hochalpinen Landschaften – Graubünden beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzenarten. Insgesamt stehen im Kanton 105 national und 51 kantonal geschützte Pflanzenarten unter besonderem Schutz. Diese Arten sind nicht zwingend selten. Dennoch sind sie gefährdet, etwa weil sie besonders attraktiv sind, als Heilpflanzen genutzt werden oder nur an wenigen Standorten vorkommen. Gerade das Sammeln durch Menschen kann ihre Bestände langfristig beeinträchtigen. Deshalb gilt klar: Geschützte Pflanzen dürfen weder gepflückt noch ausgegraben, ausgerissen, weggeführt, angeboten, verkauft, gekauft oder vernichtet werden.
Sensibilisierung durch Information
Um den Schutz dieser Pflanzen zu stärken, stellt der Kanton Graubünden verschiedene Informationsmittel kostenlos zur Verfügung. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Tafel zu geschützten Pflanzenarten (ANU-404-78d), die beim Amt für Natur und Umwelt bezogen werden kann. Sie eignet sich insbesondere für öffentlich zugängliche Orte wie Wanderwege, Schulareale oder touristische Einrichtungen. Ergänzend dazu gibt es zehn regionale Merkblätter, die auf die Besonderheiten der jeweiligen Gebiete eingehen. Die Merkblätter stellen die geschützten Pflanzenarten der jeweiligen Region kurz und verständlich in Bild und Wort vor.
Die Informationsmaterialien richten sich an eine breite Öffentlichkeit. Dazu zählen insbesondere Gemeinden, Naturpärke, Tourismusorganisationen, Naturschutzvereine, SAC-Sektionen und Hütten, aber auch Schulen sowie pflanzeninteressierte Privatpersonen. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Wert und die Verletzlichkeit dieser Pflanzen zu stärken und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu fördern.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Der Schutz der Pflanzenvielfalt ist eine gemeinsame Aufgabe. Wer in der Natur unterwegs ist, trägt Verantwortung. Helfen Sie uns dabei, die geschützten Pflanzen in Graubünden zu schützen.
Auf der Webseite des Amts für Natur und Umwelt können sowohl die Tafel zu geschützten Pflanzenarten sowie die regionalen Merkblätter kostenlos bezogen werden.
Fotobeilage:
Der Schwalbenwurz-Enzian gehört zu den rund 150 geschützten Pflanzenarten in Graubünden
Beilage:
Liste geschützte Pflanzenarten in Graubünden
Auskunftsperson:
Marylaure de La Harpe, Fachspezialistin Biodiversität, Amt für Natur und Umwelt, Tel. +41 81 257 29 38, E‑Mail Marylaure.deLaHarpe@anu.gr.ch
zuständig: Amt für Natur und Umwelt