Ab dem 1. Mai 2026 ist die Opferhilfe in der ganzen Schweiz über die nationale Opferhilfe-Nummer 142 erreichbar. Die kostenlose Telefonnummer bietet Menschen, die Gewalt erlebt haben, sowie deren Angehörigen rund um die Uhr Hilfe und eine niederschwellige und vertrauliche Beratung. Auch der Kanton Graubünden beteiligt sich an diesem schweizweiten Angebot.
Alle Menschen in der Schweiz, die durch eine Straftat körperlich, psychisch oder sexuell verletzt worden sind, haben Anspruch auf Unterstützung und Hilfe. Jedes Opfer soll – unabhängig von seinem Wohnort – Zugang zu der Beratung und Unterstützung erhalten, die es benötigt.
Für wen ist die Opferhilfe-Nummer 142 gedacht?
Die Opferhilfe-Nummer 142 richtet sich an Menschen, die physische, psychische oder sexuelle Gewalt im privaten oder öffentlichen Raum erlebt haben. Sie ist eine kostenlose, rund um die Uhr (24/7) erreichbare, niederschwellige und vertrauliche Anlaufstelle. Auch Angehörige sowie nahestehende Personen von Gewaltopfern können Unterstützung durch die Opferhilfe erhalten.
Geschultes Beratungspersonal bietet rund um die Uhr Unterstützung nach einheitlichen Standards und Prozessen. Dadurch erhalten alle Anrufenden eine verlässliche und qualitativ hochwertige Beratung – unabhängig davon, aus welchem Kanton der Anruf erfolgt. Gleichzeitig wird eine enge Zusammenarbeit mit den bestehenden kantonalen Opferhilfeangeboten sichergestellt.
Die Opferhilfe steht unabhängig davon zur Verfügung, ob eine Strafanzeige erstattet wurde oder ob der Täter beziehungsweise die Täterin ermittelt werden konnte. Auch spielt es keine Rolle, ob die Straftat vorsätzlich oder fahrlässig begangen wurde.
Wichtiger Hinweis: Keine Notrufnummer
Die Opferhilfe-Nummer 142 ersetzt keine Notrufnummern. Bei akuter Gefahrensituation wenden Sie sich bitte immer an die Polizei (117) oder an die Rettungsdienste (144). Der Zugang zu den Hilfsangeboten der Polizei und anderer Kriseninterventionsstellen ist jederzeit über die bestehenden Notrufkanäle gewährleistet.
Die Kantone stellen ein Beratungsangebot rund um die Uhr sicher. Während der Bürozeiten werden Anrufe an die Nummer 142 direkt an eine kantonale Opferberatungsstelle weitergeleitet. Ausserhalb der Bürozeiten sorgen die Kantone dafür, dass die Anrufe jederzeit an ein geschultes Team gelangen.
Regionale Lösung für Graubünden
Der Kanton Graubünden setzt bei der Umsetzung der Erreichbarkeit auf Kooperationen mit weiteren Kantonen. Die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Glarus, Graubünden (deutschsprachig) und St.Gallen haben sich zu einer gemeinsamen Lösung zusammengeschlossen. An den Werktagen decken tagsüber die einzelnen Kantone über ihre jeweiligen Opferhilfestellen die Telefonanrufe ab, in Graubünden erfolgt dies über die Opferhilfe Graubünden. Nachts, an Wochenenden und Feiertagen nimmt die Stiftung Frauenhaus St. Gallen die Anrufe für alle fünf Kantone entgegenFür italienischsprachige Anrufe arbeitet der Kanton Graubünden ausserhalb der Bürozeiten der Opferhilfe Graubünden eng mit dem Kanton Tessin zusammen. Die Anrufe werden nachts, am Wochenende und an Feiertagen durch den Drittanbieter «Federazione Cantonale Ticinese Servizi Autoambulanze» (FCTSA), abgedeckt.
Beilage:
©Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK)
Auskunftspersonen:
- Susanna Gadient, Leiterin Sozialamt, Tel. +41 81 257 26 51 (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr), E‑Mail Susanna.Gadient@soa.gr.ch
- Madlaina Baselgia, Leiterin Koordinationsstelle Häusliche Gewalt, Tel. +41 81 257 26 11 (erreichbar von 10.00 bis 11.00 Uhr), E‑Mail Madlaina.Baselgia@soa.gr.ch
zuständig: Sozialamt
Opferhilfe-Nummer 142
- Ab 1. Mai 2026 ist die Opferhilfe für Gewaltbetroffene in der Schweiz über die Kurznummer 142 erreichbar.
- Angebot: Kostenlose, vertrauliche und rund um die Uhr erreichbare Beratung für Menschen, die physische, psychische oder sexuelle Gewalt erlebt haben, sowie für ihre Angehörigen.
- Leistung: Geschulte Fachpersonen unterstützen Betroffene und vermitteln bei Bedarf an die zuständigen Stellen (z.B. kantonale Opferberatungsstellen).
- Hinweis: Die Nummer 142 ist keine Notrufnummer. Bei akuter Gefahrensituation: Polizei (117) oder Rettungsdienst (144).