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Wort zum Tag der Kranken vom 3. März 2019

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Bereits zum 80. Mal findet dieses Jahr der Tag der Kranken statt. Der Tag der Kranken kann damit auf eine lange Tradition zurückblicken. Zu Recht. Ein Tag, an dem der Kranken gedacht wird und öffentlich Mitgefühl gegenüber unseren kranken Mitmenschen entgegengebracht wird, hat heute und in Zukunft seine volle Berechtigung. Der Tag der Kranken soll uns Gesunde für die Probleme, die Anliegen und das Leid unserer kranken Mitmenschen sensibilisieren, soll gesunde und kranke Menschen zusammenbringen und soll der Vereinsamung kranker Menschen entgegenwirken.

Kranke Menschen sind trotz umfassender und einfühlsamer Pflege und Betreuung während vieler Stunden am Tag allein mit ihren Problemen und ihrem Leid. Um so mehr freuen sie sich über jeden Besuch, um jedes Zeichen der Zuneigung und des Mitgefühls. Der Tag der Kranken soll uns in diesem Sinne Motivation sein, kranke Menschen in unserem Umfeld, seien dies Verwandte oder Bekannte, öfters zu besuchen. Zugegeben, dies fällt uns nicht immer leicht. Auch sind wir vielfach um Ausreden nicht verlegen, weshalb es uns jetzt gerade mit dem Besuchen nicht passt. Da müssen wir wohl an uns arbeiten.

Kranke Menschen möchten aus verständlichen Gründen zu Hause oder zumindest in der Nähe ihres Beziehungsumfelds gepflegt und betreut werden. Es gilt auch aus diesem Grund, unser dezentrales Gesundheitsversorgungssystem mit Spitälern in den einzelnen Regionen auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Leider fehlt auf nationaler Ebene oft das Verständnis für unser Versorgungssystem. Die Versorgungssysteme der Mittellandkantone mit kurzen Wegen zum nächstgelegenen Spital und zu den Zentrumsspitälern lassen sich nicht auf Graubünden übertragen. Wir haben weit anspruchsvollere Rahmenbedingungen. Deshalb müssen wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit die guten Gründe für unser dezentrales Gesundheitsversorgungssystem aufzeigen. Gleichzeitig appellieren wir an die politischen Kräfte auf nationaler Ebene, bei der Gestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen den Gegebenheiten unseres Kantons Rechnung zu tragen.

Können kranke Menschen zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, ist dies nur dank des aufopfernden Einsatzes ihrer Angehörigen möglich. Kranke Menschen zu pflegen und zu betreuen, stellt für die Angehörigen eine Herausforderung dar, die sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und auch darüber hinaus bringen kann. Auch wenn es nicht immer leichtfällt: Pflegende Angehörige müssen sich unbedingt auch von ihnen zu pflegenden Person abgrenzen, auf ihre eigene Gesundheit achten und Entlastungsangebote annehmen. Kranken Menschen ist nicht gedient, wenn ihre Angehörigen ebenfalls krank werden.

Der Tag der Kranken soll für uns Anlass sein, dem Pflegepersonal, der Ärzteschaft wie auch den pflegenden Angehörigen Dank und Anerkennung für ihren aufopfernden Einsatz auszusprechen. Er soll für uns aber ebenso Anlass sein, gegenüber unseren kranken Mitmenschen unser Mitgefühl auszudrücken. Leider haben nicht alle kranke Menschen Aussicht auf Heilung. Gerade sie brauchen verstärkt unsere Zuneigung und Kraft, um ihr Schicksal zu tragen. Am Tag der Kranken gebührt den Menschen, die unheilbar krank sind, unser besonderes Mitgefühl.

Peter Peyer, Regierungsrat, Vorsteher des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit

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