Die heissen Temperaturen im Monat Juli lockten zahlreiche Gäste in die Bündner Tourismusdestinationen. Unter dem Strich resultierte ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Rekordwerte aus den beiden Pandemiejahren 2021 und 2022, mit teils weit über 700'000 Logiernächten, konnten indessen nicht geknackt werden. Nebst der Frequenzsteigerung bei den inländischen Gästen, bilden die anhaltend hohe Nachfrage der amerikanischen Gäste und die Zunahme bei den Buchungen aus den Nachbarländern das Rückgrat des ausgewiesenen Wachstums.
Im Vergleich zu den übrigen Schweizer Tourismusdestinationen ist der Zuwachs in Graubünden um über 66'000 Einheiten beträchtlich. Im landesweiten Mittel haben die Logiernächte im Juli 2026 und im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 0,5 Prozent zugelegt. Auch die Wachstumsraten in den Regionen Wallis (Minus 0,4 Prozent), Bern (Plus 3,6 Prozent) und Tessin (Minus 4,7 Prozent) liegen weit hinter den Bündner Werten. Die städtisch geprägten Schweizer Tourismusregionen verbuchten indessen gar geschlossen negative Wachstumsraten. In Zürich betrug diese Minus 2,7 Prozent, in Basel Minus 3,9 Prozent und in Genf Minus 3,1 Prozent. Deutlich ersichtlich ist somit, dass die kühleren Bergregionen zu Beginn des Hitzesommers 2026 auf eine höhere Nachfrage zählen konnten als beispielsweise die hitzegeplagten Schweizer Städte.
Die Gegenüberstellung der Bündner Tourismusdestinationen zeigt ausserdem, dass vom grossen Wachstum der Nachfrage seitens der Schweizer Gäste vor allem auch die kleineren Tourismusdestinationen im Kanton Graubünden profitieren konnten. Sehr erfreulich ist, dass ausnahmslos alle Destinationen mehr Logiernächte als im Vorjahr erwirtschafteten, die meisten der Destinationen konnten auch im mittelfristen Vergleich zum 5-Jahresmittel zünftig zulegen. Innert Jahresfrist haben die beiden Südbündner Tourismsusdestinationen «San Bernardino, Mesolcina / Calanca» und «Bregaglia Engadin» das grösste Wachstum erzielt. Gefolgt von der Lenzerheide, der Bündner Herrschaft und der Destination «Engadin St. Moritz». Bezogen auf die Bruttozimmerauslastung verbuchten weiter die meisten Bündner Destinationen eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Keine Destination im Kanton weist für den Monat Juli eine Bruttozimmerauslastung von weniger als 40 Prozent aus. Spitzenreiter bezüglich der Auslastung der Zimmer ist und bleibt die Hotellerie in Chur und Umgebung, wenn auch diese im Vergleich zum Vorjahr leicht abgenommen hat. Grund für die Abnahme in Chur ist aber nicht ein Nachfragerückgang, vielmehr hat die erfolgte Ausweitung des Angebots in der Stadthotellerie die Bettenzahl erhöht und somit die Auslastung bei steigenden Logiernächten gedrückt.
Sehr erfreulich aus Sicht des Bündner Tourismus ist weiter, dass im Berichtsmonat Juli die Übernachtungszahlen der meisten Herkunftsmärkte gesteigert werden konnten. Die bedeutendsten Rückgänge sind auf die anhaltenden Konfliktsituationen im Nahen Osten und der Golfregion zurückzuführen. Direkt wirken sich diese auf die Logiernächtezahlen der Gäste aus Israel aus. Namhafte Rückgänge bei den Übernachtungszahlen weisen ausserdem auch die wegen den erschwerten Reiserouten indirekt betroffenen Länder Indien und Taiwan aus. In absoluten Werten gemessen entfällt aber der Löwenanteil des Wachstums im Bündner Tourismus im Juli 2026 auf die Schweizer Gäste. Die weiterhin nach oben zeigende Entwicklung im Herkunftsland USA und die positive Entwicklung in den Nachbarländern runden das ansprechende Ergebnis ab. Alleine die Gäste aus dem Inland sorgten unter dem Strich für 50'000 Logiernächte mehr als noch im Vorjahr. Schlägt der Trumpf des kühlen Bergklimas künftig also zunehmend die Badeferien im Wettbewerb um die Sommergäste?
Datenblatt Beherbergungsstatistik: LINK PDF Monatsdaten Juli
Datenblatt Bruttozimmerauslastung: LINK Bruttozimmerauslastung
Weitere Daten: Beherbergungsstatistik (gr.ch)