Die definitiven Ergebnisse zur Statistik der Bevölkerung und Haushalte 2025 weissen für Graubünden im zurückliegenden Jahr ein Bevölkerungswachstum von 0,6 Prozent aus. Zum Jahresende belief sich somit der Bündner Bevölkerungsbestand bei der ständigen Wohnbevölkerung auf 207'400 Personen. Haupttreiber des notierten Bevölkerungswachstums war auch im letzten Jahr die Migration, wenn auch diese weniger stark ausgeprägt war als noch im Vorjahr. Die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist negativ, es wurden also auch im 2025 wieder deutlich weniger Geburten als Todesfälle registriert. Die Gegenüberstellung der Bündner Regionen zeigt eine unterschiedliche Entwicklung in den verschiedenen Kantonsteilen.
Die Region Moesa verbuchte im Berichtsjahr 2025, mit 1,71 Prozent das höchste relative Bevölkerungswachstum im Kanton. Gefolgt von den Regionen Landquart (Plus 1,21 Prozent) und Viamala (Plus 1,07 Prozent). Weiterhin rückläufig ist die Bevölkerung in den Regionen Albula (Minus 0,29 Prozent) und Bernina (Minus 0,15 Prozent). Einzig in der Region Landquart konnte im Jahr 2025 noch ein leichter Geburtenüberschuss gezählt werden. In den weiteren zehn Bündner Regionen bildete der Wanderungssaldo die einzige positive Komponente der Bevölkerungsbilanz. Betrachtet man lediglich die ständige schweizerische Wohnbevölkerung so verbuchten alle Bündner Regionen einen Todesfallüberschuss. In der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung besteht hingegen ein Geburtenüberschuss, einzig die Region Bernina verbuchte bei den Ausländern einen Todesfall mehr als Geburten im Berichtsjahr.
Alterung der Bündner Bevölkerung
Im Vergleich der Regionen weissen die Region Bernina (0,53), Engiadina Bassa / Val Müstair und Surselva (je 0,50), sowie die Region Albula (0,49) einen überdurchschnittlichen Altersquotienten aus. Im kantonalen Mittel beträgt der Altersquotient 0,41; den tiefsten Wert weissen hingegen mit 0,35 die Regionen Imboden und Landquart aus. Der Altersquotient setzt die Zahl der über 65-Jährigen ins Verhältnis zur Bevölkerungsgruppe der 20-64-Jährigen. Für Graubünden bedeutet dies, dass pro zehn Personen im Erwerbstätigenalter gegenwärtig vier Personen im Pensionsalter im Kanton wohnhaft sind. Im Vergleich zum Vorjahr ist ausserdem der Altersquotient weiter gestiegen.
Den höchsten Jugendquotienten (beschreibt den Anteil der unter 20-Jährigen zur Bevölkerung im Alter von 20-64 Jahren) weisst andererseits die Region Imboden (0,34) aus. Es folgen die Regionen Landquart, Viamala und Bernina mit einem Jugendquotienten von je 0,33. Die Region Bernina stellt folglich einen Spezialfall dar, welcher sowohl einen hohen Alters- als auch Jugendquotienten ausweist. Konkret heisst dies, dass junge Erwachsene im Erwerbsalter die Region zu Ausbildungs- und Erwerbszwecken verlassen und andererseits zahlreiche Pensionäre zuziehen. Diese Bewegung ist in weitaus abgeschwächter Ausprägung auch für weitere Teile Graubündens zu beobachten. Dazu kommt, dass in der Grenzregion Bernina die internationale Arbeitsmigration wegen des Grenzgängertums tiefer ist, und somit im Vergleich zu den anderen Bündner Regionen weniger internationale Zuzüger gezählt werden. Die Zuwanderung aus dem Ausland ist bei den Personen im Erwerbsalter am höchsten.
Die detaillierte Aufschlüsselung der Altersstruktur zeigt: Die Kohorten der 55-59-jährigen Frauen und Männer stellen gegenwärtig die höchste Frequenz in Graubünden dar. Die Pensionierungswelle setzt sich also auch in den nächsten Jahren noch einmal weiter fort, der Altersquotient wird demnach weiter steigen.
Bevölkerungsbilanz Graubünden 2025
Die internationale Migration stellt auch im 2025 wiederum die grösste Komponente des kantonalen Bevölkerungswachstums dar. Mit über 9'000 Personen, welche im letzten Jahr aus dem Ausland oder den anderen Kantonen nach Graubünden gezogen sind, liegt die Zahl der Zuzüge wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr. Im 2023 lag die Zahl der Zuzüge bei fast 10'000 Personen, dieser Ausreiser in der Zeitreihe stand aber hauptsächlich mit dem Übertritt der in Graubünden niedergelassenen Ukrainerinnen und Ukrainer aus der nichtständigen in die ständige Wohnbevölkerung in Verbindung.
Die Wegzüge aus dem Kanton lagen hingegen mit 7'240 Personen auf einem leicht tieferen Niveau wie in den beiden Vorjahren. Die interkantonale Migration war auf der Abwanderungsseite in den letzten Jahren stets getrieben von hohen Frequenzen bei den jungen Erwachsenen, welche Graubünden zu Ausbildungs-, respektive Berufszwecken verliessen. Die stärkste interkantonale Zuwanderung fand jeweils in den Kohorten der 55-65-jährigen statt, also bei den Personen nahe dem Pensionsalter. Diese Effekte wirken sich letztendlich auch wieder auf die natürliche Bevölkerungsbewegung aus, zumal sie auch einen direkten Einfluss auf den Altersquotienten und die Sterblichkeit in Graubünden haben.
Neuer Minusrekord bei den Geburten
Im Jahr 2025 verbuchte Graubünden so wenige Geburten wie noch nie in den Aufzeichnungen der ESPOP und STATPOP Statistiken seit 1969. Bis ins Jahr 2000 zählte Graubünden stets mehr als 2'000 Geburten jährlich. Nach einer kurzen Baisse, erholten sich ab 2010 die Geburtenzahlen wieder leicht und der seit 2016 eingesetzte Abwärtstrend wurde lediglich im ersten Pandemiejahr nochmals kurzzeitig unterbrochen. Die Zahl der Todesfälle lag im 2025 im Rahmen der zu erwartenden Sterblichkeit und war leicht über den Werten aus dem Vorjahr. Im Zusammenzug der 1'421 Geburten, gegenüber den 1'906 Todesfällen, nahm unter dem Strich auch der Todesfallüberschuss im letzten Jahr noch einmal deutlich auf neu 485 Einheiten zu. Der demografische Wandel im Kanton Graubünden ist demnach in vollem Gange.
Die Daten zur definitiven Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP) 2025 mit detaillierten Angaben zur Bevölkerungsbewegung auf Gemeindeebene, sowie mit allen Eckwerten zur ständigen und nichtständigen Wohnbevölkerung in Graubünden, den Regionen und den Gemeinden sind auf folgender Themenseite abrufbar