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Der Wald ist ein wichtiger Lebensraum des einheimischen Schalenwilds. Als Wildeinfluss wird die Einwirkung des Schalenwilds auf seine Umgebung bezeichnet, welche durch Verbiss, Schälen oder Fegen an Jungpflanzen erfolgt. Übersteigt der Wildeinfluss eine bestimmte Grenze, welche sich lokal stark unterscheiden kann, und ist die Erfüllung der Waldfunktion dadurch nicht nachhaltig sichergestellt, so spricht man von einem Wildschaden.

Die 2-jährlich durchgeführte flächendeckende Beurteilung des Wildeinflusses und die Identifizierung der Wildschaden-Flächen (in den Wald-Wild-Berichten als Problem- und Handlungsflächen bezeichnet) basiert auf einer Vielzahl von Erhebungen mit verschiedenen Erhebungsmethoden.

Aktuelle Situation in Graubünden

Das Amt für Wald und Naturgefahren erstellt auf Grundlage der Beurteilung des Wildeinflusses und den Wald-Wild-Berichten eine jährliche Einschätzung der Wald-Wild-Situation.

Bericht Situation Schäden durch Schalenwild am Wald, Einschätzung Frühjahr 2021

 

Beurteilung Wildeinfluss

Auf gutachtlicher Basis wird der Wildeinfluss auf die Verjüngung innerhalb der gesamten Waldfläche periodisch beurteilt. Die Ausscheidung der Beurteilungsflächen erfolgt nach den standörtlichen und waldbaulichen Gegebenheiten. Hierbei wird der Ist-Zustand der vorhandenen Verjüngung beurteilt und die Gründe für mögliche Verjüngungsprobleme beurteilt (Wildschaden-Erhebungen, Beobachtungen, weitere Erfahrungen). Als Richtschnur für die Baumartenzusammensetzung gelten die Kriterien aus NaiS, welche für die jeweilige Höhenstufe zusammengefasst wurden. Je nach Beurteilung der Wildschadensituation wird die Fläche einer Kategorie (gering bis sehr gross) zugeteilt. Die Beurteilung erfolgt im 2-Jahres-Turnus durch den Regionalforstingenieur und den Revierförster in Begleitung des regionalen Wald-Wild-Spezialisten nach einem standardisierten Verfahren.

Die Interaktive Karte "Wald-Wild".

Erklärungen zur interaktiven Karte.

 

Jungwald-/Wildschadenerhebungen

Dem Jungwald kommt als zukünftigem Waldbestand eine grosse Bedeutung zu. Entsprechend wichtig sind die kantonalen Jungwalderhebungen. Die Jungwald-/Wildschadenerhebungen liefern Angaben über den Zustand der Waldverjüngung, insbesondere über baumartenspezifische Pflanzenzahlen und Verbissschäden. Verjüngungsrelevante Standortsfaktoren werden ebenfalls erfasst.

Im Kanton Graubünden gliedert sich die Jungwalderhebung in vier verschiedene Verfahren:

Teilprogramm 1: Der Jungwald wird in ausgewählten Untersuchungsflächen mit 25 fixen Stichprobenpunkten auf einer Fläche von bis zu 25 ha aufgenommen. Es handelt sich um Flächen, die in Verjüngung stehen. Verjüngungsschwierigkeiten sind vorhanden, die Verjüngung bleibt jedoch nicht vollständig aus. Die Auswahl der Flächen erfolgt durch die zuständigen regionalen Wald-Wild-Spezialisten in Rücksprache mit den Regionalforstingenieuren und den Revierförstern. Die Aufnahmen werden durch beauftrage Büros erhoben und anschliessend durch das AWN ausgewertet und beurteilt.

Teilprogramm 2: Die gutachtliche Aufnahme basiert auf NaiS ohne fixe Stichprobenpunkte an ausgewählten Standorten durch die regionalen Wald-Wild-Spezialisten, Regionalforstingenieure, Revierförster und oft in Begleitung der lokal zuständigen Wildhut. Pro Erhebungsfläche werden an mindestens drei Stichprobenpunkten die Verjüngungsgunst des Standortes, die waldbaulichen Rahmenbedingungen und die Verbissintensität erhoben.

Teilprogramm 5: Kontrollzaun-Vergleichsflächen-Paare. Kontrollzäune und die dazugehörenden Vergleichsflächen haben meist eine Aufnahmefläche von 5x5m. Als Standorte werden potentiell verjüngungsgünstige Stellen ausgesucht. Die Auswahl erfolgt durch den örtlichen Forstdienst, oft in Zusammenarbeit mit der Wildhut und den Standortspezialisten. Die Kontrollzäune zeigen das örtliche natürliche Potential der Ansamungsbedingungen der Baumarten unter Ausschluss des Schalenwilds. Zusätzlich bieten Kontrollzäune und Vergleichsflächen die Möglichkeit, Erkenntnisse zu waldbaulichen Fragestellungen zu gewinnen, beispielsweise zu Austrocknung, Vergrasung oder der Reaktion auf Bodenschürfungen zur Verbesserung der Ansamungsbedingungen.

 

Berichte monetärer Bewertung Wildeinfluss

Fallbeispiel Gruobenwald-Tschägibach, Klosters-Serneus

Zusammenfassung Gruobenwald-Tschägibach (2 S., 0.2 MB)

Fallbeispiel Gruobenwald-Tschägibach (49 S., 6.6 MB)

Fallbeispiel Putzerberg, Luzein - Ergänzung zum Fallbeispiel Gruobenwald-Tschägibach

Zusammenfassung Putzerberg (2 S., 0.2 MB)

Fallbeispiel Putzerberg (11 S., 2.2 MB)

Fallbeispiel Puzzastg, Sumvitg

Zusammenfassung Puzzastg (2 S., 0.2 MB)

Fallbeispiel Puzzastg (42 S., 6.1 MB)

Fallbeispiel Runfoppa, Disentis/Mustér

Zusammenfassung Runfoppa (2 S., 0.2 MB)

Fallbeispiel Runfoppa (41 S., 5.6 MB)

 

  

Kontrollzaun mit zugehörenden Vergleichsflächen
 

Kontrollzaun mit der dazugehörenden Vergleichsfläche in der Tannen – Fichtenwaldstufe im Jahr der Erstellung (1994) und 4 Jahre später.

 

Entwicklung der Vergleichsfläche

Die unterschiedliche Entwicklung der Vergleichsfläche im Vordergrund zu der eingezäunten Fläche im Hintergrund  ist von Auge gut erkennbar.

Hinweis: Die Teilprogramme 3 und 4 werden nicht mehr durchgeführt.

Teilprogramm 3: Jährliche Erhebungen in Untersuchungsflächen der Grösse von 0.1 ha mit fest eingerichteten Stichprobenzentren. Es handelt sich um Flächen, die in Verjüngung stehen. Verjüngungsschwierigkeiten sind vorhanden, die Verjüngung bleibt jedoch nicht ganz aus.

Teilprogramm 4: Erhebung auf zufällig ausgewählten Flächen über das ganze kantonale Waldareal. Die Flächen werden auf jeden zweiten Schnittpunkt der 1km-Landeskoordinaten gelegt. Aufgenommen werden jeweils 6 Stichproben im Umkreis von 30 m um den Koordinatenschnittpunkt. Für die Ermittlung der Verbissintensität werden bei geringen Jungwaldzahlen zusätzlich bis maximal 6 weitere Stichproben im Umkreis von 50 m erhoben.