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Sprachsituation im Kanton Graubünden

Die sprachliche Vielfalt ist im Kanton Graubünden auf institutioneller wie individueller Ebene besonders ausgeprägt: Graubünden ist der einzige dreisprachige unter den mehrsprachigen Kantonen der Schweiz (neben GR: VS; FR; BE). Die Amtssprachen Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch gliedern sich zudem in eine Vielzahl dialektaler Varianten und verschiedene verschriftete Idiome.
 
Gleichzeitig bildet Graubünden zusammen mit dem Kanton Tessin auch dasjenige Gebiet der Schweiz, in dem die zwei nationalen Minderheitensprachen Italienisch (TI und GR) und Rätoromanisch (nur GR) gesprochen werden.

Von den gegenwärtig ca. 188'000 im Kanton Graubünden wohnhaften Personen bezeichnen rund zwei Drittel Deutsch als ihre Hauptsprache, d.h. als die Sprache, in der sie denken und die sie am besten beherrschen. 15 % geben Rätoromanisch als ihre Hauptsprache an, 10 % Italienisch (VZ 2000). Insbesondere das noch vor zweihundert Jahren in weiten Teilen des Kantons stark vertretene Rätoromanisch (ca. 50 % der Bündner Bevölkerung um 1803) hat im Laufe der Zeit gegenüber Deutsch stark an Boden verloren und befindet sich heute in einer gefährdeten Lage, die besondere Schutz- und Erhaltungsmassnahmen verlangt.


Zuständigkeit bei Sprachenfragen

Innerhalb der kantonalen Verwaltung sind die Zuständigkeiten im Bereich «kantonale Landes- und Amtssprachen» dezentral organisiert (vgl. Übersicht). Die Sprachenförderung des Kantons Graubünden ist der kantonalen Kulturförderung angegliedert. Angesichts der speziellen sprachpolitischen und -kulturellen Situation in Graubünden unterstützt und entwickelt sie Massnahmen zur Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und der italienischen Sprache sowie der kantonalen Dreisprachigkeit. Gesetzlich stützt sie sich dabei auf das per 1. Januar 2008 in Kraft getretene Sprachengesetz des Kantons Graubünden (vgl. Sprachenpolitik).

Bereiche der Sprachenförderung:
  • Die Sprachenförderung unterstützt Massnahmen Dritter im Bereich der Sprachenförderung (vgl. Sprachenförderungsprojekte).
  • Ebenso entwickelt und betreut sie selber Projekte für die Erhaltung und Förderung der rätoromanischen und italienischen Sprache sowie der kantonalen Dreisprachigkeit.
  • Die Sprachenförderung bildet die Kontaktstelle zum Europarat, zum Bund, zu kantonalen Instanzen, zu Sprachorganisationen sowie zu Bezirken, Kreisen und Gemeinden (für allgemeine Sprachenfragen)
  • Darüber hinaus ist sie Dokumentations- und Informationsstelle zur Sprachenlandschaft Graubünden sowie zur kantonalen Politik im Bereich Landes- und Amtssprachen (vgl. Sprachenpolitik).