Förderung der sprachlichen und schulischen Bildungsvoraussetzungen für spätimmigrierte Jugendliche und junge Erwachsene

Im Kanton Graubünden wie auch gesamtschweizerisch nimmt die Zuwanderung von 16 bis 25-Jährigen, auch aufgrund der ansteigenden Asylgesuchen, zu. Diese Personen stammen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Länder. Die aktuell häufigsten Herkunftsländer sind Eritrea, Afghanistan, Portugal, Deutschland, Italien.

Personen mit einer Berufsausbildung weisen deutlich höhere Chancen auf, im Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein und ein sozialhilfeunabhängiges Leben zu führen, als solche ohne nachobligatorische Ausbildung. Dies gilt auch für die in der Schweiz wohnhaften Ausländerinnen und Ausländer. Es besteht daher ein volkswirtschaftliches, sozial- und bildungspolitisches Interesse an der schulischen und beruflichen Qualifikation von spät immigrierten Jugendlichen, welche die obligatorische Schulzeit nicht in der Schweiz abgeschlossen haben. Dies bedingt, dass ihnen ein Zugang zu entsprechenden Brückenangeboten und Berufsbildungssystemen ermöglicht wird, sofern sie selbst motiviert sind, die erforderlichen Leistungen zu erbringen.

Die Ausgangslage der spätimmigrierten Jugendlichen in Bezug auf ihren Bildungshintergrund und ihre Sprachkompetenzen erweist sich als sehr heterogen. Der Eintritt in die Regelstrukturen der Berufsbildung erfordert einerseits schulisches Basiswissen, insbesondere in den Fachbereichen Deutsch und Mathematik, andererseits auch persönliche Kompetenzen wie Lern- und Arbeitstechniken, Organisationsfähigkeit oder Problemlösungsstrategien. Damit Spätimmigrierte die sprachlichen und schulischen Lücken schliessen und sich die Voraussetzungen für den Anschluss an das Berufsbildungssystem erarbeiten können, braucht es ein niederschwelliges Bildungsangebot, im Sinne eines Zubringers an die Regelstrukturangebote.

Dokumente

Schlussbericht "Berufsbildung für spätimmigrierte Jugendliche und niedrigqualifizierte Ausländerinnen und Ausländer im Kanton Graubünden" (19.12.2014)