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1 - Einreise und Aufenthalt

1.1 Einreisebestimmungen

Ukrainische Staatsangehörige, die über einen gültigen biometrischen Reisepass verfügen, können für einen bewilligungsfreien Aufenthalt von längstens 90 Tagen in die Schweiz einreisen. Angesichts des Krieges in der Ukraine wird die bewilligungsfreie Einreise auch dann gewährt, wenn die kriegsbetroffenen ukrainischen Staatsangehörigen keinen biometrischen Reisepass besitzen, ihre ukrainische Staatsangehörigkeit aber auf andere Weise nachweisen können.

Informationen über das Leben in der Schweiz mit Schutzstatus S

1.2 Schutzstatus S für Menschen aus der Ukraine

Schutzsuchende aus der Ukraine, die ihre Heimat wegen des Kriegs verlassen mussten, erhalten in der Schweiz den Schutzstatus S. Damit erhalten die Geflüchteten rasch ein Aufenthaltsrecht, ohne dass sie ein ordentliches Asylverfahren durchlaufen müssen. Weitere Informationen

Wir empfehlen allen Schutzsuchenden, in einem ersten Schritt so schnell wie möglich ein Gesuch einzureichen: Online

1.3 Familiennachzug

Ukrainische Staatsangehörige, die sich in der Schweiz aufhalten und die Heirat mit einer hier aufenthaltsberechtigten Person beabsichtigen, oder die den Familiennachzug beantragen möchten, melden sich bei der Einwohnerkontrolle ihres Aufenthaltsortes an und reichen über diese ein Aufenthaltsgesuch ans Migrationsamt ein.
Ein Familiennachzug ist im Bereich des Ausländer- und Integrationsgesetzes für Geschwister und Eltern mit ukrainischer Staatsangehörigkeit rechtlich nicht möglich. Eltern und Geschwister haben deshalb eine der oben angeführten Möglichkeiten zu prüfen.

1.4 Kantonswechsel

Geflüchtete, die bereits einem Kanton zugewiesen wurden, können beim SEM ein Gesuch um Kantonswechsel stellen.

Nach Eintritt der Rechtskraft des Zuweisungsentscheids werden Kantonswechselgesuche nur in folgenden Konstellationen bewilligt:

  •  Vereinigung der erweiterten Kernfamilie: Ehepartner; Eltern und deren minderjährige Kinder; Eltern und deren volljährige Kinder, sofern sich diese ohne eigene Familie in der Schweiz aufhalten; sowie Grosseltern.
  • Vereinigung von vulnerablen Personen mit engen Bezugspersonen ausserhalb der erweiterten Kernfamilie (z. B. unbegleitete Minderjährige, Personen mit Behinderungen, gravierenden gesundheitlichen Problemen oder Altersgebrechen).
  • In allen anderen Konstellationen ist der Kantonswechsel nur möglich, wenn die betroffenen Kantone ihre Zustimmung geben, etwa in solchen Situationen:
    - Umzug in eine passende Privatunterkunft
    - Umzug zu einer entfernten Verwandten oder Bekannten
    - Umzug aufgrund ausserkantonaler Erwerbstätigkeit

Adresse SEM:
Staatssekretariat für Migration
Taskforce Kantonswechsel Ukraine
Quellenweg 6
3003 Bern-Wabern

Formular: Gesuch um Kantonswechsel für Personen, die den S-Status ersuchen und Personen mit S-Status

1.5 Verlängerung des Aufenthalts

Ukrainische Staatsangehörige, die sich im Rahmen des bewilligungsfreien Aufenthalts in der Schweiz aufhalten und nicht in ihr Heimatland zurückkehren können, können beim Migrationsamt wie folgt die Verlängerung ihres Aufenthalts beantragen: Sie sprechen beim Migrationsamt nach telefonischer Terminabsprache (Tel. 081 257 30 01) vor und ersuchen um Ausstellung eines nationalen Visums (D-Visum). Dabei müssen sie ihren Reisepass vorweisen und ihre Aufenthaltsadresse im Kanton Graubünden angeben.

 

1.6 Anlaufstellen für Schutzsuchende

Ukrainerinnen und Ukrainer, die neu in die Schweiz kommen, können sich direkt in einem der sechs Bundesasylzentren mit Verfahrensfunktion melden.

Registration eingereister Ukrainerinnen und Ukrainer ohne Beantragung des Schutzstatus
Ukrainerinnen und Ukrainer können visumsfrei reisen und sich bis 90 Tage ohne Visum in der Schweiz aufhalten.
Um Geflüchtete bestmöglich betreuen zu können, wird Ukrainerinnen und Ukrainer, welche bereits aufgrund der Konflikte in der Ukraine in Graubünden privat Zuflucht gefunden haben, empfohlen, sich mit folgendem Formular zu registrieren.

2 - Ausreise und Rückkehr

2.1 Ausreise aus der Schweiz

Personen aus der Ukraine mit Schutzstatus S dürfen ab Gewährung des Status S aus der Schweiz ausreisen und wieder in die Schweiz einreisen. Bitte informieren Sie sich bei den zuständigen Behörden im Ausland über die Einreisebestimmungen, die für Sie gelten.

Bei ausgedehnten Heimatreisen kann der Schutzstatus S geflohener Personen durch das Staatssekretariat für Migration (SEM) widerrufen werden, wenn sich die Personen mehr als 15 Tage pro Quartal in der Ukraine aufhalten. Davon ausgenommen sind Personen, die belegen können, dass ihr Aufenthalt dazu dient, die Rückkehr in den Heimatstaat vorzubereiten. Mit einer Aufhebung des Schutzstatus muss auch rechnen, wer seinen Lebensmittelpunkt in einen Drittstaat verlegt.

2.2 Rückkehr in die Ukraine

Ukrainische Staatsangehörige mit verfügtem Status S, welche freiwillig und definitiv in die Ukraine zurückkehren wollen und mittellos sind, können nach einer Einzelfallprüfung finanzielle Rückkehrunterstützung erhalten. Sie wird bei Ausreisen auf dem Landweg durch die Rückkehrberatungsstellen (RKB) in den Kantonen und – falls möglich – in den Bundesasylzentren unmittelbar vor der Ausreise ausgerichtet. Die Personen müssen vorgängig unterschriftlich auf den Status S verzichten.

Bei Drittstaatenangehörigen mit einer Aufenthaltsbewilligung in der Ukraine, denen der Status S verweigert wurde und die in die Ukraine oder ihren Heimatstaat zurückkehren wollen, können die RKB Gesuche für die Rückkehrunterstützung Ukraine oder für die im Heimatstaat vorgesehene Rückkehrhilfe einreichen. 

Rückkehrberatungsstelle des Kantons Graubünden
Grabenstrasse 8
7001 Chur
Telefon: +41 (0)81 257 3007
Termin nach telefonischer Vereinbarung!

3 - Unterkunft

Grundsätzlich ist vorgesehen, dass Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S wie Asylsuchende in Erstaufnahmezentren, Transitzentren oder Minimalzentren untergebracht werden, sofern sie wirtschaftlich unselbständig sind. (Art. 35 Verordnung zum Einführungsgesetz zur Ausländer- und Asylgesetzgebung (RVzEGzAAG; BR 618.110).

Die Szenarien gehen davon aus, dass bis Ende 2022 über 7500 Personen aus der Ukraine als Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S dem Kanton Graubünden zugewiesen werden. Auf Grund der grossen Anzahl Personen hat die Regierung entschieden, dass Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S auch in Mietwohnungen oder bei Privaten untergebracht werden können. Als Mietwohnungen gelten komplett abschliessbare Wohneinheiten mit eigenem Bad und eigener Kochmöglichkeit. Bei der Unterbringung bei Privaten sollen Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S mindestens ein abschliessbares Zimmer mit Fenster zur Verfügung stehen, Bad und Kochmöglichkeit aber mit den Gastgebern geteilt werden.

3.1 Kollektivunterkünfte

Das Amt für Migration und Zivilrecht betreibt im ganzen Kanton Kollektivunterkünfte. Derzeit werden neue Standorte evaluiert und in Betrieb genommen. Eine aktuelle Übersicht über die Standorte finden Sie hier: Zuständigkeiten - Asyl+Verfahren (gr.ch)

3.2 Mietwohnungen

Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S können Mietwohnungen im Kanton Graubünden beziehen. Sie verfügen über die gleichen Rechte und Pflichten wie die einheimische Bevölkerung: Sie unterzeichnen selbständig den Mietvertrag, entrichten den Mietzins und haften bei allfälligen Schäden.
Wenn die Personen mit Aufenthaltsstatus S wirtschaftlich unselbständig sind, haben sie Anspruch auf finanzielle Unterstützung. Im Bereich der Wohnkosten sind Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S der einheimischen Bevölkerung gleichgestellt, welche Sozialhilfe bezieht: der ortsübliche Mietzins einer preisgünstigen Wohnung für die entsprechende Haushaltsgrösse zuzüglich Nebenkosten wird als Unterstützungsleistung übernommen. Dabei orientiert der Kanton sich an den Mietzinsrichtlinien der einzelnen Gemeinden, welche teilweise nicht öffentlich sind. Betroffenen wird empfohlen, vor der Unterzeichnung des Mietvertrags beim zuständigen regionalen Sozialdienst abzuklären, ob der Mietzins übernommen wird.

3.3 Unterkunft bei Privaten

Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S können auch bei Privaten eine Unterbringung in Anspruch nehmen. Bei längerer Unterbringung in einer Privatunterkunft kann ab drei Monaten ein Unkostenbeitrag vergütet werden. Voraussetzung ist das Vorliegen eines Miet- oder Untermietvertrages. Der zuständige Sozialdienst kann dabei behilflich sein. Ausnahme: Die Wohnung wurde vom Kanton vermittelt.

3.4 Unterkunft anbieten

Sie wollen ein Zimmer, ein Studio, eine Wohnung oder ein Ferienhaus für Schutzsuchende aus der Ukraine zur Verfügung stellen? Hier finden Sie weitere Information.

Die private Wohnungsvermittlung für Schutzsuchende mit Ausweis S wird ausschliesslich kantonsintern koordiniert. Für die Vermittlung von privatem Wohnraum arbeitet der Kanton Graubünden mit einer karitativen Organisation zusammen. Es gibt in diesem Zusammenhang keine Zusammenarbeit mit Campax, bzw. mit der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Wohnraum-Angebote, welche weiterhin bei Campax gemeldet werden, können nicht durch den Kanton Graubünden bearbeitet werden.

4 - Betreuung 

Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S erhalten professionelle Unterstützung.

4.1 In Kollektivunterkünften

Die Betreuenden der Kollektivunterkünfte stehen den Bewohnerinnen und Bewohnern für alltägliche Fragen zur Verfügung.

4.2 Individuell in Mietwohnungen

Personen mit Aufenthaltsstatus S in Mietwohnungen werden durch die Mitarbeitenden der regionalen Sozialdienste sowie dem Sozialdienst Davos unterstützt. Jede Gemeinde ist einem Sozialdienst zugewiesen. Den zuständigen Sozialdienst finden Sie hier: Sozial- und Suchtberatung (gr.ch)

4.3 Unterkunft bei Privaten

Personen mit Aufenthaltsstatus S bei Privaten werden durch die Mitarbeitenden der regionalen Sozialdienste sowie dem Sozialdienst Davos unterstützt. Jede Gemeinde ist einem Sozialdienst zugewiesen. Den zuständigen Sozialdienst finden Sie hier: Sozial- und Suchtberatung (gr.ch). Auch Bündner Gastfamilien können sich punktuell an den Sozialdienst wenden. Eine Begleitung vor Ort in den Bündner Gastfamilien kann aus Ressourcengründen aktuell nicht geleistet werden.

5 - Finanzielle Unterstützung

5.1 Rechtliche Grundlagen

Der Bund entschädigt die Kantone für die Kosten, welche ihm durch die Betreuung und Unterbringung der Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S entstehen mit der Globalpauschale 1. Diese wird die Kosten für Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S im Kanton Graubünden nicht decken: der Kanton rechnet bis Ende 2022 mit Kosten von rund 53 Millionen Franken, davon werden durch mit der Globalpauschale 1 des Bundes voraussichtlich 40 Millionen Franken gedeckt. Die übrigen 13 Millionen Franken trägt der Kanton.

Die Finanzierung von Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S ist kantonal geregelt. Die Höhe der Unterstützung bemisst sich an der Sozialhilfe für Personen aus dem Asylbereich. Sie ist tiefer als die Sozialhilfe für die einheimische Bevölkerung oder für Flüchtlinge. Die Unterstützung ist abhängig von der individuellen Situation der Person.

5.2 In Kollektivunterkunft

Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S in den Kollektivunterkünften werden gemäss der "Weisung und Handlungsrichtlinien zur Unterstützung und Betreuung von Personen des Asylbereichs" des Amts für Migration unterstützt.

5.3 Individuell in Mietwohnung

Die finanzielle Unterstützung von Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S in Individualunterkünften orientiert sich grundsätzlich an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS, wobei der Grundbedarf um 20% reduziert wird. Die finanzielle Unterstützung wird grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit dem regionalen Sozialdienst gewährt, frühestens aber ab dem Zeitpunkt der Gewährung des Schutzstatus durch das Staatssekretariat für Migration SEM. Vorausgesetzt ist der Nachweis der Bedürftigkeit. Der Grundbedarf deckt die Kosten für Nahrungsmittel, Energieverbrauch, Haushaltskosten, Körperpflege, Kleider und weitere persönliche Ausgaben. Wohnen Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S in einer eigenen Mietwohnung, wird auch die Grösse und Zusammensetzung der Unterstützungseinheiten berücksichtigt. Zusätzlich wird maximal der ortsübliche Mietzins einer preisgünstigen Wohnung für die entsprechende Haushaltsgrösse zuzüglich Nebenkosten als Unterstützungsleistung übernommen.
Die Kosten der Krankenkasse sowie Selbstbehalte oder Franchisen der Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S werden über den regionalen Sozialdienst abgerechnet.

 

5.4 Unterkunft bei Privaten

 

Die finanzielle Unterstützung von Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S in Individualunterkünften orientiert sich grundsätzlich an den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe SKOS, wobei der Grundbedarf um 20% reduziert wird. Die finanzielle Unterstützung wird grundsätzlich ab dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit dem regionalen Sozialdienst gewährt, frühestens aber ab dem Zeitpunkt der Gewährung des Schutzstatus durch das Staatssekretariat für Migration SEM. Vorausgesetzt ist der Nachweis der Bedürftigkeit. Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S, die bei Privaten wohnen, erhalten einen Grundbedarf, welcher sich an einer familienähnlichen Wohngemeinschaft orientiert. Dieser enthält einen Beitrag für Wohnnebenkosten wie bspw. Strom sowie Nahrungsmittel in der Höhe von rund 20%. Zusätzlich wird den Schutzbedürftigen für die Unterkunft pro Person Fr. 200, maximal aber Fr. 200 pro von der Gastfamilie zur Verfügung gestelltem Zimmer ausgerichtet.
Die Kosten der Krankenkasse sowie Selbstbehalte oder Franchisen der Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S werden über den regionalen Sozialdienst abgerechnet. 

6 - Gesundheitsversorgung

6.1 Medizinische Versorgung 

In der Schweiz steht die medizinische Versorgung allen zur Verfügung. 

  • Für alle medizinischen Anliegen und Notfälle: Wenden Sie sich an die Hausärztin / den Hausarzt Ihrer Region. Die Kontaktangaben erhalten Sie von Ihrer Gemeinde. Vereinbaren Sie vorab einen Termin, bitte gehen Sie nicht ohne Voranmeldung einfach so vorbei. Die Hausärztin / Der Hausarzt wird Sie bei Bedarf an Spezialärzte weiterweisen.
  • Bei akuten Notfällen: Wenden Sie sich telefonisch an die Hausärztin / den Hausarzt oder gehen sie zur Notaufnahme des nächstgelegenen Spitals 
  • Bei lebensbedrohlichen Zuständen: Sanitätsnotruf 144

Weitere Informationen zu Gesundheitsthemen finden Sie hier:

6.2 Gesundheit der Kinder 

Die erste Ansprechperson für medizinische Probleme bei Kindern ist die Kinderärztin / der Kinderarzt oder die Hausärztin / der Hausarzt. Die Adresse erhalten Sie von Ihrer Gemeinde. In der Schule kann – wenn Sie das möchten – der Schularzt Ihr Kind untersuchen. Bitte wenden Sie sich an die Schule. 
Die Elternberatung ist ein familienunterstützendes Angebot im gesamten Kanton Graubünden. Die Beratung von Müttern und Vätern beziehungsweise erziehungsberechtigter Personen ist freiwillig, kostenlos und vertraulich. Die Beraterinnen sind ausgebildete Fachpersonen. Sie begleiten, unterstützen und stärken Eltern zu vielfältigen Themen: Entwicklung und Erziehung, Ernährung und Bewegung, sowie Kindesschutz und Familienleben; von der Geburt bis zum Eintritt in den Kindergarten. Ebenso arbeiten die Elternberaterinnen eng mit anderen Fachstellen zusammen und triagieren die Familie, wenn notwendig, zu geeigneten Angeboten. Sieben regionale Trägerschaften bieten die Elternberatung im ganzen Kanton an. www.gr.ch/elternberatung.li 

6.3 Krankenversicherung / Krankenkasse

Mit der Krankenversicherung haben Schutzsuchende das Recht auf die medizinische Grundversorgung. Die Wahl des Arztes bzw. der Ärztin ist jedoch eingeschränkt.

Ukrainerinnen und Ukrainer können sich drei Monate lang visums- und bewilligungsfrei in der Schweiz aufhalten, zum Beispiel also bei Verwandten oder Privatpersonen wohnen. In diesem Fall untersteht die Person nicht dem Krankenversicherungsobligatorium. Allenfalls verfügt sie über eine Reiseversicherung oder ihre Gastgeber haben eine Gästeversicherung abgeschlossen. Die ukrainische Krankenversicherung ist für eine medizinische Behandlung in der Schweiz nicht ausreichend.

Ukrainerinnen und Ukrainer werden in diesem Fall gleich wie andere Touristinnen und Touristen behandelt und haben grundsätzlich die Kosten für Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte selber zu tragen. Wenn offene Forderungen durch keine Stelle übernommen werden können, beantragt der medizinische Leistungserbringer bei der zuständigen Aufenthaltsgemeinde die Übernahme der Kosten, welche für die Notfallbehandlung angefallen sind (vgl. Merkblatt Vorgehensweise für Gesuche um subsidiäre Kostengutsprache für medizinische Nothilfe betreffend ausländische Touristinnen/Touristen).

Sobald sich eine schutzbedürftige Person bei einem Bundesasylzentrum meldet und dort oder online ein Gesuch um Schutzstatus S einreicht, kann rückwirkend auf das Gesuchsdatum eine Krankenversicherung abgeschlossen werden. Dabei ist zu unterscheiden, in welchen Strukturen sich die Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S aufhalten.

  • In Kollektivunterkünften: Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S, welche in einer Kollektivunterkunft des Kantons untergebracht sind, werden vom Kanton automatisch krankenversichert. Der Kanton hat für Personen in den Kollektivunterkünften eine Kollektivkrankenversicherung abgeschlossen.
  • Individuell in Mietwohnungen: Bei Personen in Mietwohnungen ist zu unterscheiden: Wenn die Schutzbedürftigen mit Aufenthaltsstatus S sich vor dem Bezug der Mietwohnung in einer Kollektivunterkunft des Kantons aufgehalten haben, besteht eine Krankenversicherung. Mit dem Austritt aus der Kollektivunterkunft wird eine Einzelpolice mit Hausarztmodell abgeschlossen.
    Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S, welche sich nicht in einer Kollektivunterkunft des Kantons aufgehalten haben, müssen selbständig eine Krankenversicherung abschliessen. Der zuständige regionale Sozialdienst ist auf Wunsch behilflich.
  • Unterkunft bei Privaten: Schutzbedürftige mit Aufenthaltsstatus S, welche sich nicht in einer Kollektivunterkunft des Kantons aufgehalten haben, müssen selbständig eine Krankenversicherung abschliessen. Der zuständige regionale Sozialdienst ist auf Wunsch behilflich.

Die Kosten für die Prämien und Kostenbeteiligungen (Franchise und Selbstbehalt) werden für Personen, die Sozialhilfe beziehen, vom Kanton getragen.

Personen, die nicht sozialhilfeabhängig sind, müssen die Krankenversicherungspflicht selbständig erfüllen, indem sie sich innert 3 Monaten nach der Gesuchstellung bei einer Krankenkasse – rückwirkend auf den Zeitpunkt der Gesuchstellung – versichern. Diese Personen bezahlen die Prämien und Kostenbeteiligungen selber.  

Weitere Informationen zu Gesundheitsthemen finden Sie hier:

6.4 Unfallversicherung

Mit der Krankenversicherung haben Schutzsuchende das Recht auf die medizinische Grundversorgung. Die Wahl des Arztes bzw. der Ärztin ist jedoch eingeschränkt. 
Unfallversicherung: Solange Schutzsuchende in der Schweiz nicht erwerbstätig sind, sind sie mit der Krankenversicherung auch gegen Unfall versichert. Wenn eine Person berufstätig ist, muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin die Person gegen Unfall versichern.

6.5 Psychologische Unterstützung

Schutzsuchende in einer Kollektivunterkunft erhalten über Medic-Help und die Partnerärzte / Partnerärztinnen und Psychiater / Psychiaterinnen psychologische Unterstützung.
Schutzbedürftige mit Status S in Individualunterkünften, die psychologische Unterstützung benötigen, wenden sich an den Hausarzt oder die Hausärztin.
Hier finden Sie weitere Informationen: Kontaktstellen - Ukraine (gr.ch)

6.6 Schutz vor Gewalt, Menschenhandel und Prostitution

Die Behörden und verschiedene Organisationen unterstützen die Schutzbedürftigen, die von Gewalt, Prostitution und Menschenhandel betroffen sind. Kontaktstellen - Ukraine (gr.ch)

7 - Schule / Ausbildung

7.1 Grundschule

Der Zugang zur schulischen Bildung ist ein von der Schweizer Bundesverfassung garantiertes soziales Grundrecht. Auch die Pflicht, die Schule zu besuchen, ist in der Bundesverfassung festgeschrieben. Das heisst, der Schulbesuch ist für alle Kinder, die sich an einem Ort in der Schweiz längere Zeit aufhalten, obligatorisch und kostenlos.
Das Recht auf Grundschulunterricht steht Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer Nationalität oder ihres Aufenthaltsstatus zu.

  • Die Schulpflicht von Kindern, welche zusammen mit ihren Eltern in den kantonalen Kollektiveinrichtungen untergebracht werden, wird in den hierfür vom Amt für Migration und Zivilrecht betriebenen Schulstrukturen beschult.
  • Kinder schutzbedürftiger Familien mit Schutzstatus S, welche privat in einer Gemeinde des Kantons Graubünden untergebracht werden, besuchen gemäss Art. 11 Schulgesetz (SchG) die Schule jener Gemeinde, in der sie sich mit Einwilligung der Erziehungsberechtigten dauernd aufhalten. Für diese Kinder stellen die Schulträgerschaften Angebote für fremdsprachige Schülerinnen und Schüler zur Verfügung (Art. 39 SchG). Personen mit schulpflichtigen Kindern wenden sich an ihre Wohngemeinde.

7.2 Hochschule

Für die Zulassung zu einer Hochschule gelten die Zulassungsbestimmungen der jeweiligen Hochschule. Für den Besuch eines Gymnasiums ist zudem entscheidend, dass die Schülerinnen und Schüler vor der Flucht bereits ein Gymnasium besucht haben und über Deutschkenntnisse und / oder Englischkenntnisse auf Niveau B1 verfügen.
Gesuche für die Aufnahme ins Gymnasium sind über das Amt für Migration (AFM) an die Mittelschulen einzureichen. 

7.3 Ausbildung

Der Zugang zu Bildungsangeboten, welche auf den Antritt einer beruflichen Grundbildung vorbereiten, sind bewilligungsfrei. Zu diesen gehört beispielsweise die Integrationsvorlehre. Der Antritt einer beruflichen Grundbildung ist bewilligungspflichtig. Falls Sie weiterführende Informationen in Bezug auf den Zugang zur beruflichen Grundbildung oder zu den Hochschulen, die Anerkennung von Diplomen oder zu weiteren Bildungsthemen benötigen, können Sie sich an die lokale Studien-, Berufs- und Laufbahnberatung wenden (www.berufsberatung.ch). 

8 - Arbeit

Der Bund erleichtert die soziale und berufliche Integration in der Schweiz. Sämtliche mittellosen Personen mit Schutzstatus S bekommen Unterstützung vom Kanton – und sie können ohne Wartefrist einer Arbeit nachgehen (auch Selbständigkeit). Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit untersteht jedoch der Bewilligungspflicht. Die Kinder können zur Schule gehen.
Das SEM prüft gemeinsam mit den Kantonen, welche Bedürfnisse bei den aufgenommenen Personen bestehen. 

Merkblatt Arbeiten in der Schweiz für Personen mit Schutzstatus S

8.1 Arbeiten mit Schutzstatus S

Personen mit einem Ausweis S können in der Schweiz sofort arbeiten. Die orts- und branchenüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen müssen eingehalten werden und der Qualifikation sowie dem Stellenprofil entsprechen.
Für die Zulassung zur Erwerbstätigkeit der geflüchteten Person muss der Arbeitgeber ein Gesuch (Formular B1) über die Gemeinde beim Amt für Migration und Zivilrecht einreichen. Zum Schutz vor Missbrauch und Sozialdumping bei Schutzbedürftigen werden Lohn- und Arbeitsbedingungen geprüft (Art. 53 Abs. 1 VZAE).
Folgende Dokumente müssen bei der Gemeinde eingereicht werden:

  • Kopie des Ausländerausweises (Ausweis S)
  • Pass-Kopie
  • Gegenseitig unterzeichneter Arbeitsvertrag
  • Formular B1

Schutzbedürftige erhalten vom AFM einen sogenannten Ausweis S, welcher im Kreditkartenformat ergeht und dessen Ausstellung eine gewisse Zeit beanspruchen kann. Sollte dieser zum Zeitpunkt der Gesucheinreichung noch nicht vorliegen, so kann zusammen mit den übrigen Unterlagen auch die als «Positiver Entscheid über die vorübergehende Schutzgewährung» bezeichnete Verfügung des Staatssekretariates für Migration beigelegt werden. Andere, ähnlich lautende Bestätigungen zum Schutzstatus S werden nicht akzeptiert.

8.2 Selbstständige Erwerbstätigkeit

Bei Gesuchen zur Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sind dem Gesuchsformular ausserdem zusätzlich folgende Dokumente einzureichen:

  • Kopie Anmeldeformular Sozialversicherungsanstalt
  • Nachweis über finanzielle Mittel
  • Businessplan

8.3 Praktikum

Bei Gesuchen zur Aufnahme eines Praktikums sind dem Gesuchsformular ein Praktikumsvertrag (befristet auf max. 6 Monate) sowie ein Ausbildungsplan beizulegen. 

8.4 Arbeitsvermittlung

Bei der Jobsuche werden sie von den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) unterstützt. Die Anmeldung kann sowohl telefonisch als auch vor Ort erfolgen. Voraussetzung einer Beratung und Vermittlung durch die RAV sind Grundkenntnisse einer Kantonssprache oder in Englisch.

8.5 Ich biete eine Arbeitsstelle an. Wo kann ich die Arbeitsstelle melden?

Offene Stellen können über den Job-Room von arbeit.swiss gemeldet werden. Dadurch erreichen Sie nicht nur potentielle ukrainische Fachkräfte, sondern auch weitere Stellensuchende innerhalb und ausserhalb des Kantons Graubünden.

9 - Sprachkurse

Die Fachstelle Integration organisiert und koordiniert Deutsch- und Italienischkurse für Personen mit Schutzstatus S. Diese Kurse sind kostenlos und freiwillig. Die Kinderbetreuung bis 5 Jahre wird nach Möglichkeit angeboten. Die Betreuung von älteren Kindern liegt in der Verantwortung der Eltern.
Wenn Sie an unserem Angebot interessiert sind, dann füllen Sie bitte das Kontaktformular aus. Wir werden Sie so schnell wie möglich kontaktieren.

10 - Kinder und Jugendliche

10.1 Schule und Ausbildung

Informationen unter 7 - Schule/Ausbildung

10.2 Kinderbetreuung

Die ausserschulische Kinderbetreuung in der Schweiz liegt in der Zuständigkeit der Eltern und Erziehungsberechtigten. Im Kanton Graubünden besteht ein gut ausgebautes Angebot an familienergänzender Betreuung für Kinder im Vorschulalter und im Schulbereich. Grundsätzlich steht dieses Angebot auch für Personen mit Schutzstatus S offen.
Familienergänzende Kinderbetreuung (gr.ch)
Die familienergänzende Kinderbetreuung ist von den Gemeinden und dem Kanton subventioniert. Die Tarife, welche die Eltern zu bezahlen haben, legt jede Betreuungseinrichtung selber fest. Personen mit Schutzstatus S, welche Sozialhilfe beziehen, müssen die Finanzierung mit dem zuständigen Sozialdienst vorgängig klären. In der Regel wird die Kostenübernahme nur erteilt, wenn während der Erwerbstätigkeit oder des Besuchs von Sprachkursen die Kinderbetreuung durch eine erziehungsberechtigte Person nicht sichergestellt ist.
Beim Besuch von Sprachkursen, die durch die Fachstelle Integration angeboten werden, wird die Kinderbetreuung bis 5 Jahre während der Kurszeiten nach Möglichkeit angeboten. Die Betreuung von älteren Kindern liegt in der Verantwortung der Eltern.

10.3 Gesundheit

Die erste Ansprechperson für medizinische Probleme bei Kindern ist die Kinderärztin / der Kinderarzt oder die Hausärztin / der Hausarzt. Die Adresse erhalten Sie von Ihrer Gemeinde. In der Schule kann – wenn Sie das möchten – der Schularzt Ihr Kind untersuchen. Bitte wenden Sie sich an die Schule. 
Die Elternberatung ist ein familienunterstützendes Angebot im gesamten Kanton Graubünden. Die Beratung von Müttern und Vätern beziehungsweise erziehungsberechtigter Personen ist freiwillig, kostenlos und vertraulich. Die Beraterinnen sind ausgebildete Fachpersonen. Sie begleiten, unterstützen und stärken Eltern zu vielfältigen Themen: Entwicklung und Erziehung, Ernährung und Bewegung, sowie Kindesschutz und Familienleben; von der Geburt bis zum Eintritt in den Kindergarten. Ebenso arbeiten die Elternberaterinnen eng mit anderen Fachstellen zusammen und triagieren die Familie, wenn notwendig, zu geeigneten Angeboten. Sieben regionale Trägerschaften bieten die Elternberatung im ganzen Kanton an. www.gr.ch/elternberatung.li 

10.4 Minderjährige Personen ohne Begleitung der Eltern

Wenn minderjährige Personen ohne ihre Eltern in die Schweiz einreisen und den Schutzstatus S beantragen, prüft das Bundesasylzentrum (BAZ) bzw. die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB), ob die gesetzlichen Vertretungsrechte geklärt sind, bzw. ob eine gültige Vertretungsvollmacht vorliegt, oder ob für die betreffenden Kinder eine Beistandschaft (nach Art. 306 Abs. 2 ZGB) oder eine Vormundschaft (nach Art. 327a ZGB) errichtet werden muss. Die Behörden stellen damit sicher, dass die Interessen der schutzbedürftigen Kinder aus der Ukraine gewahrt werden. 
Link zu SODK-KOKES_Merkblatt_Kinder_aus_Ukraine.pdf
In der Schweiz bedarf die Aufnahme von minderjährigen Kindern ausserhalb des Elternhauses gemäss der Pflegekinderverordnung (PAVO) einer Bewilligung und untersteht der Aufsicht. Das kantonale Sozialamt muss überprüfen, ob die Einrichtungen und Pflegefamilien über eine Bewilligung verfügen, oder angesichts der Dringlichkeit der Situation sicherstellen, dass ein Bewilligungsverfahren eingeleitet wird. Er ist auch für die Aufsicht zuständig.
Link SR 211.222.338 - Verordnung vom 19. Oktober 1977 über die Aufnahme von Pflegekindern (Pflegekinderverordnung, PAVO) (admin.ch)

11 - Haustiere

Reisen ukrainische Staatsangehörige mit Ihrem Haustier in die Schweiz ein und gedenken, für eine gewisse Zeit hier zu verweilen, werden sie gebeten, das Merkblatt (DE) / Merkblatt (EN) / Merkblatt (UA) aufmerksam durchzulesen, das Anmeldeformular vollständig auszufüllen und an die Adresse petsukraine@blv.admin.ch zu senden. Anschliessend bitten wir Sie, den nächstgelegenen Tierarzt aufzusuchen, der den Gesundheitszustand Ihres Tieres kontrolliert und es wenn nötig kennzeichnet und impft. 

Bitte befolgen Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit, der Sicherheit Ihres Tieres wie auch der Schweizer Bevölkerung die im Merkblatt genannten Massnahmen wie auch die Anweisungen der Behörden. Befinden Sie sich mit Ihrem Tier lediglich auf der Durchreise, ist die Anmeldung nicht notwendig. Hilfsplattform für Geflüchtete mit Haustieren in der Schweiz

12 - Mobilität

12.1 Öffentlicher Verkehr

Vom 21. März bis 31. Mai 2022 können Kriegsvertriebene aus der Ukraine den öffentlichen Verkehr in der Schweiz auf den GA-Bereichsstrecken kostenlos nutzen. Per 1. Juni kehrt die ÖV-Branche zur ursprünglichen Regelung zurück. Für notwendige Fahrten im Zusammenhang mit Behördengängen können den Flüchtenden durch die Bundesasylzentren und die kantonalen Sozialhilfebehörden bei Bedarf weiterhin kostenlose Fahrausweise abgegeben werden. Für alle anderen Reisen im öffentlichen Verkehr müssen sie ab dem 1. Juni 2022 reguläre Fahrausweise kaufen. Kostenlos bleibt vorderhand die Ein- und Durchreise. 
Weitere Informationen

Regelung im Kanton Graubünden:
Für Personen in Individualunterkünften, welche von den regionalen Sozialdiensten finanziell unterstützt werden, gilt folgende Regelung:

  • Grundsätzlich sind Kosten für den öffentlichen Nahverkehr sowie das Halbtaxabonnement in der Asylsozialhilfe (materielle Grundsicherung) enthalten und müssen von den Klientinnen und Klienten selber bezahlt werden.
  • ÖV-Kosten für vereinbarte und mit dem/der Sozialarbeitenden vorgängig abgesprochene Termine mit Ärzten, dem Sozialdienst oder anderen Amtsstellen, welche im Einzelfall CHF 10 übersteigen, werden nach Vorweisen der Quittung durch den Sozialdienst zusätzlich abgegolten (situationsbedingte Leistungen).
  • ÖV-Kosten, die für Sprachkurse oder für den Arbeitsweg anfallen, werden vom Sozialdienst übernommen, wenn die Bedürftigkeit gegeben ist.

12.2 Der ukrainische Führerschein

  • der Kategorie B (Personenwagen) ist ein Jahr lang in der Schweiz gültig. Nach diesem Jahr muss eine Fahreignungsprüfung gemacht werden.
  • der Kategorien C oder D (Lastwagen oder Car) gilt in der Schweiz erst nach absolvierter Fahreignungsprüfung. Dies könnte dann ein Thema werden, wenn ein Chauffeur aus der Ukraine in der Schweiz arbeiten möchte.
  • es muss ein Führerschein in einer in der Schweiz akzeptierten Sprache/Schrift vorliegen.

12.3 Fahrzeug mit ukrainischem Kennzeichen

Personen mit Wohnsitz in der Ukraine, die den Schutzstatus S erhalten haben, dürfen ihre ukrainischen Fahrzeuge bis auf Weiteres unverzollt bzw. formlos für private Zwecke in der Schweiz benutzen. Das heisst, es ist weder ein Zolldokument erforderlich noch sind Einfuhrabgaben zu bezahlen.

Eine CH-Vignette ist vorläufig nicht nötig.

Weitere Informationen finden Sie unter: Einfuhr in die Schweiz sowie FAQ Fahrzeuge.

12.4 Versicherung der Fahrzeuge

Ukrainische Motorfahrzeuge benötigen grundsätzlich eine in der Schweiz gültige Internationale Versicherungskarte (ehemals Grüne Karte), um in die Schweiz einreisen zu können. Eine Grenzversicherung, die in einem EWR-Staat abgeschlossen wurde, ist in der Schweiz ebenfalls gültig.
Ausnahmsweise und vorübergehend, kann der Versicherungsnachweis auch auf einem elektronischen Gerät in Form eines PDF vorgewiesen werden.
Liegt keine gültige Internationale Versicherungskarte vor, können die ukrainischen Fahrer eine neue «Grüne Karte» bei ihrer ukrainischen Versicherung besorgen, oder bei einer der Zoll-Dienststellen eine Grenzversicherung abschliessen.
Im Kanton GR sind dies:

Einsatzzentrale Ost

Triststrasse 3
7000 Chur
+41 58 480 90 14

Dienststelle Martina

Hauptstrasse 243
7560 Martina
+41 58 480 10 41

Dienststelle Müstair

Hauptstrasse 1A
7537 Müstair
+41 58 469 07 32

Dienststelle Campocologno

Via Principale 1
7744 Campocologno
+41 58 481 80 60

Dienststelle Castasegna

Strada Cantonale 2
7608 Castasegna
+41 58 480 12 20

Dienststelle Samedan Flugplatz

Plazza Aviatica 7503 Samedan
+41 58 461 19 43

13 - Freiwilliges Engagement

Das Schweizerische Rote Kreuz Graubünden sucht Freiwillige
meeting_ground – ein neues Projekt für Schutzsuchende aus der Ukraine

Möchten Sie sich freiwillig für geflüchtete Menschen mit Schutzstatus S engagieren? Sind Sie offen für die Anliegen der Schutzsuchenden und bereit, ihre Fragen aufzunehmen und zu beantworten? Gestalten Sie gerne Aktivitäten mit Kindern und arbeiten Sie gerne in einem Team?

Das SRK Graubünden sucht Freiwillige für den Aufbau und die Organisation unserer Treffpunkte. Erster Standort ist in Chur, andere Regionen im Kanton Graubünden sind in Planung.

Weitere Informationen unter:https://www.srk-gr.ch/de/dienstleistungen/integration/meetingground

Werden Sie Teil der Rotkreuzbewegung – das SRK freut sich auf Sie!



14 - Geldwechsel

Erwachsene Personen mit Schutzstatus S können bei ausgewählten Filialen von UBS (Poststrasse 1, 7000 Chur) und Credit Suisse (Bahnhofstrasse 12, 7001 Chur) einmalig einen Betrag von bis zu 10'000 Hrywnja umtauschen.