Graubünden im Überblick

Graubünden - der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz - ist wirtschaftlich, kulturell und politisch vielfältig. Die romanische Sprache und Kultur sind ein wesentlicher Teil der Bündner Eigenart. Graubünden ist aber auch ein Kanton der landschaftlichen Schönheiten und der touristischen Attraktionen.

"Eine eigne Schweiz in der Schweiz" sei Graubünden, stellte der Schriftsteller und Politiker Heinrich Zschokke in der Mitte des 19. Jahrhunderts treffend fest. Graubünden ist flächenmässig zwar der grösste, mit 196 600 Einwohnerinnen und Einwohnern zugleich aber auch der am dünnsten besiedelte Kanton. In der Hauptstadt Chur, der ältesten Stadt der Schweiz, leben 37 237 Personen.

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©Marcus Gyger 

Natur pur

Graubünden heisst nicht nur kulturelle und sprachliche Vielfalt, sondern auch Natur pur: 615 Seen, über 900 Berggipfel und 150 Täler. Graubünden ist ein typisches Gebirgs- und Hochland. 41 Prozent der Bewohner Graubündens leben in Höhenlagen über 1000 Meter. Der höchste Berg ist der Piz Bernina mit 4049 m ü. M., und der tiefste Punkt ist die Kantonsgrenze zum Tessin mit 260 Metern.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

In Graubünden arbeitet heute die Mehrheit der Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Mässige Steuerbelastung, fachlich bestens geschultes Personal, eine hohe Arbeitsproduktivität und eine feinmaschige Infrastruktur bieten nicht nur international tätigen Unternehmen, sondern gerade auch kleineren und mittleren Betrieben Standortvorteile.
Innovativ sind die Bündner Bergbauern. Circa 50 Prozent der Betriebe werden biologisch geführt. Die Bündner Bauern pflegen die Landschaft quer durch den Alpenbogen. Von den Trauben und Kastanien im Süden über die höchsten Alpen und Steilhänge bis ins Churer Rheintal, wo alle Ackerfrüchte wachsen und sich zahlreiche Weinberge befinden. Der Bündner Bauer ist in der Regel ein Bergbauer. Nur sieben Prozent der 2445 Landwirtschaftsbetriebe liegen in der Talzone, alle übrigen im Berggebiet.

Tourismus als wichtiges Standbein

Die kulturelle Vielfalt, die landschaftlichen Schönheiten und eine leistungsfähige Infrastruktur mit gastfreundlichen Hotels, Bergbahnen, Bädern, Wellness- und Sportanlagen tragen massgebend dazu bei, dass Graubünden sowohl im Winter als auch im Sommer eine Top-Ferienregion ist. Jede einzelne Region verfügt über einen ganz eigenen Charakter.
Graubünden lebt vom Tourismus, denn die Einnahmen aus dem Ferien- und Freizeitgeschäft sichern rund einem Drittel der Bündner Erwerbstätigen ihr Einkommen. Mit seinen weltbekannten Destinationen Davos Klosters und Engadin St. Moritz und vielen anderen grossen oder "kleinen und feinen" Orten mit eigenem Charme ist Graubünden heute ein wichtiger Anbieter auf dem internationalen Freizeitmarkt.

Einziger dreisprachiger Kanton

Im einzigen dreisprachigen Kanton der Schweiz sprechen 64 Prozent der Bevölkerung Deutsch, 13 Prozent Rätoromanisch, 11 Prozent Italienisch und 13 Prozent andere Sprachen (Hauptsprache gemäss Strukturerhebung 2013). Die Mehrsprachigkeit lebt auch in den Schulen und der Verwaltung. Das romanische Sprachgebiet ist in verschiedene Regionen und Idiome unterteilt: Im Unterengadin und Val Müstair wird Vallader gesprochen, im Oberengadin Puter, im Bündner Oberland Sursilvan, im Domleschg und im Schams Sutsilvan sowie im Oberhalbstein und im Albulatal Surmiran. Rumantsch Grischun findet sodann vor allem als gemeinsame Schriftsprache Verwendung.